Ein geschwächter Polarwirbel könnte Deutschland in den kommenden Wochen eine Reihe markanter Kälteeinbrüche bescheren, berichtet osteopathisch-leben.de unter Berufung auf de.euronews.com. Unter Meteorolog*innen herrscht keine einheitliche Linie, doch mehrere Modelle deuten darauf hin, dass die eigentliche Winterdynamik erst nach den Feiertagen richtig an Fahrt aufnehmen könnte.
Was aktuell über den Polarwirbel bekannt ist
In diesem Winter zeigt sich der Polarwirbel deutlich instabiler als im langjährigen Durchschnitt. Dadurch können arktische Kaltluftmassen leichter nach Europa vordringen. Ein ähnliches Muster führte bereits 1978/79 zu einer der extremsten Winterphasen in der deutschen Wettergeschichte – mit massiven Schneestürmen und frostigen Rekordwerten.
Mögliche Folgen eines schwachen Polarwirbels:
- wiederholte Schübe arktischer Kaltluft,
- kurze, aber markante Temperaturstürze,
- örtlich heftige Schneefälle oder Schneeverwehungen.
Noch ist alles ein Szenario, doch Meteorologiezentren beobachten die Entwicklung mit zunehmender Aufmerksamkeit.
Weihnachten: weiße Idylle oder Regen und Matsch?

Die Modelle für die Weihnachtstage zeigen überwiegend mildere Tendenzen, wenngleich einzelne Kaltluftschübe möglich bleiben.
Aktuelle Hinweise aus wetter.de und dem ECMWF legen nahe:
- kein durchgehend winterliches Weihnachtsszenario,
- leichte Abkühlung an einzelnen Tagen,
- deutlicher Kälteschub erst nach dem 26. Dezember.
NOAA prognostiziert zwar einen insgesamt wärmeren Monat, doch diese Monatswerte hängen stark von den kommenden zwei Wochen ab. Ein späterer Wintereinbruch bleibt also völlig realistisch.
Januar: Frühling im Anflug oder Frostfalle?
Für den Januar zeichnen viele Modelle ein Bild wechselhafter, meist milder Witterung. Gleichzeitig tauchen jedoch auch andere Signale auf.
Die europäischen EFFIS-Modelle deuten an:
- ein etwas kälterer und trockenerer Januar als üblich,
- häufige Hochdrucklagen über Mitteleuropa,
- kalte Nächte mit Reif und Bodenfrost trotz sonniger Tage.
Hochdruck im Winter kann trügerisch sein: tagsüber wirkt alles ruhig, während Nebel und nächtliche Abkühlung für hartnäckige Frostphasen sorgen.
Wie wahrscheinlich ist ein Zusammenbruch des Polarwirbels?
Besonders zur Wintermitte neigt der Polarwirbel zu Störungen. Sollte er sich tatsächlich abschwächen oder gar aufsplitten, könnte arktische Kaltluft ungehindert nach Europa durchbrechen.
Aktuell deutet kein Modell auf einen unmittelbar bevorstehenden Zusammenbruch hin – doch die anhaltenden Hochdrucktendenzen schaffen durchaus ein Umfeld, das solche Entwicklungen begünstigen kann.
La Niña: Der globale Klimafaktor mit Einfluss auf Europas Winter
Das NOAA Climate Prediction Center bestätigt, dass sich in diesem Jahr La-Niña-Bedingungen ausgebildet haben und bis in den Winter 2025/26 hinein bestehen bleiben könnten. Für Westeuropa bedeutet das häufig:
- niedrigere Temperaturen,
- höhere Wahrscheinlichkeit für markante Kältewellen,
- mehr Schnee in den Alpen und feuchtere Westlagen.
La Niña ist die „kalte“ Phase des pazifischen Klimazyklus und das Gegenstück zu El Niño. Durch die Abkühlung der Meeresoberfläche im zentralen und östlichen Pazifik verschieben sich globale Wetterströme – mit Auswirkungen bis nach Europa.
Für Wintersportorte klingt das vielversprechend: Unter La-Niña-Einfluss sind außergewöhnlich schneereiche Winter nicht ausgeschlossen.
Mehr zu aktuellen Winterentwicklungen findet sich im folgenden Beitrag über den Biathlon in Östersund am 2. Dezember mit allen deutschen Starts im Livestream.

