Die nächtliche US-Militäroperation gegen Venezuela löste weltweit eine Welle von Reaktionen aus, berichtet osteopathisch-leben.de unter Berufung auf politico.com. Nach der Erklärung des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, über die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro sowie seiner Ehefrau begannen immer mehr Staats- und Regierungschefs, von einer Verletzung des Völkerrechts zu sprechen. Für viele Länder war dies ein Warnsignal, dass gewaltsame Lösungen wieder ins Spiel kommen.
Die Angriffe auf militärische und politische Ziele in Caracas stellten die größte Eskalation des Drucks Washingtons auf Venezuela seit Jahren dar. Informationen gingen bereits in der Nacht ein, noch bevor offizielle Briefings stattfanden. Das verstärkte das Gefühl von Unsicherheit und Chaos zusätzlich.
Kolumbien spricht als erstes von der UNO und Deeskalation
Einer der ersten Staatschefs, die sich öffentlich äußerten, war der Präsident Kolumbiens Gustavo Petro. Auf der Plattform X schrieb er offen, dass Venezuela bombardiert werde, und rief zu einer dringenden Einberufung der Vereinten Nationen auf. Wenige Stunden später gaben die Behörden in Bogotá eine offizielle Erklärung ab und sprachen von „tiefer Besorgnis“.
Kolumbien kündigte zudem eine Verstärkung der Kontrollen an der Grenze zu Venezuela an. Im Land wird offen über Risiken für die Sicherheit der Region gesprochen, darunter ein möglicher Zustrom von Flüchtlingen und steigende Spannungen im Grenzgebiet.
Lateinamerika in der Bewertung gespalten
Weitere Regierungen der Region schlossen sich der Kritik an den US-Maßnahmen an. Der chilenische Präsident Gabriel Boric betonte, dass die venezolanische Krise ausschließlich durch Dialog und multilaterale Mechanismen gelöst werden könne, nicht durch den Einsatz von Gewalt. Er unterstrich, dass selbst schwerste politische Konflikte keine ausländische Militärintervention rechtfertigen.
Mexiko ging noch weiter, verurteilte die Angriffe eindeutig und rief zur Rückkehr auf den diplomatischen Weg auf. Die mexikanischen Behörden warnen, dass solche Schritte einen gefährlichen Präzedenzfall für ganz Lateinamerika schaffen.
Brasilien spricht von einer gefährlichen Grenzüberschreitung
Der Präsident Brasiliens Luiz Inácio Lula da Silva erklärte unmissverständlich, dass die Angriffe auf venezolanisches Territorium und die Festnahme des Präsidenten eine Grenze überschritten hätten, die nicht hätte verletzt werden dürfen. Seiner Ansicht nach geht es dabei nicht nur um die Souveränität eines einzelnen Staates, sondern um die Grundlagen der gesamten internationalen Ordnung.
Lula warnte, dass solche Handlungen zu einem gefährlichen Muster für die Zukunft werden könnten. In Brasilien wachsen die Sorgen, dass eine ähnliche Logik der Stärke auch in anderen Teilen der Welt Anwendung finden könnte.
Argentinien als Ausnahme in der Region
Vor dem Hintergrund der kritischen Stimmen stach die Haltung Argentiniens hervor. Präsident Javier Milei, bekannt für seine engen Beziehungen zu Trump, ging auf die Operation selbst kaum ein. Er beschränkte sich auf ideologische Parolen über Freiheit und vermied einen Kommentar zur Festnahme Maduros.
Diese Reaktion machte die Spaltungen in der Region noch deutlicher. Einige Staaten berufen sich auf das Völkerrecht, andere setzen auf politische Loyalität gegenüber Washington.
Der Druck auf Caracas hält seit Jahren an
Die nächtliche Operation war ein weiterer Schritt der Politik des „maximalen Drucks“, die die Trump-Regierung seit längerer Zeit gegenüber Venezuela verfolgt. Zuvor hatten die USA den Export venezolanischen Öls blockiert und Schiffe in der Karibik angegriffen. Nach Angaben Washingtons standen diese im Zusammenhang mit Drogenschmuggel.
Die Folgen dieser Maßnahmen waren bereits tragisch. Bei früheren Angriffen kamen über hundert Menschen ums Leben, und Kritiker betonen, dass häufig Zivilisten zu den Opfern zählen, die nichts mit kriminellen Aktivitäten zu tun haben.
Die USA erkennen Maduro nicht als legitimen Präsidenten an
Die Vereinigten Staaten erkennen Nicolás Maduro nach den Wahlen von 2024 nicht als rechtmäßigen Präsidenten an. Die Opposition behauptet, ihr sei der Sieg genommen worden, und der tatsächliche Gewinner sei Edmundo González gewesen. Auf dieser Grundlage rechtfertigt Washington weitere Schritte gegen Caracas.
In Venezuela selbst wird diese Haltung als direkte Einmischung in innere Angelegenheiten wahrgenommen. Das entfernt die Perspektive möglicher Gespräche noch weiter.
Europa setzt auf Zurückhaltung
Außerhalb der westlichen Hemisphäre fielen die Reaktionen deutlich zurückhaltender aus. Die Chefin der EU-Diplomatie Kaja Kallas bezeichnete Maduro als illegitimen Führer und rief zugleich zu Zurückhaltung und zur Einhaltung des Völkerrechts auf. Eine ähnliche Position vertrat der spanische Premierminister Pedro Sánchez.
Inoffiziellen Informationen zufolge haben einige US-Verbündete nach den jüngsten Angriffen den Austausch bestimmter Geheimdienstinformationen ausgesetzt. Grund dafür sind Zweifel an der Vereinbarkeit der US-Maßnahmen mit internationalen Normen.
Vorwürfe des Drogengeschäfts überzeugten Kritiker nicht
US-Beamte rechtfertigen die Operation mit Vorwürfen über Verbindungen Maduros zu Drogenkartellen. Das Justizministerium kündigte an, Anklagen gegen ihn und seine Ehefrau Cilia Flores im Südbezirk von New York vorzubereiten. Diese Information übermittelte die US-Generalstaatsanwältin Pam Bondi.
Diese Argumente überzeugten jedoch nicht alle – auch nicht in den Vereinigten Staaten selbst. Kritiker weisen darauf hin, dass die Rolle Venezuelas im weltweiten Drogenhandel übertrieben dargestellt werde und militärische Angriffe das Problem nicht lösen.
Kuba und Russland offen auf der Seite von Caracas
Die schärfsten Reaktionen kamen von den traditionellen Verbündeten Venezuelas. Der Präsident Kubas Miguel Díaz-Canel bezeichnete das Vorgehen der USA als kriminellen Angriff. Das russische Außenministerium sprach hingegen von einem Akt bewaffneter Aggression.
Der dem Kreml nahestehende Beamte Kirill Dmitriew warf Washington die Anwendung doppelter Standards vor. Gleichzeitig verkomplizieren die Beziehungen zwischen Moskau und Caracas die Lage zusätzlich, unter anderem durch Zwischenfälle mit venezolanischen Tankern in der Karibik.
Nachbarstaaten der Region versuchen Distanz zu wahren
Auch karibische Staaten meldeten sich zu Wort. Trinidad und Tobago betonten, dass sie nicht an der Operation beteiligt gewesen seien und friedliche Beziehungen zu Venezuela pflegten. Für diese Länder bedeutet jede Eskalation in Grenznähe eine reale Bedrohung.
Trotz enger Kontakte zu den USA versuchen sie, eine Verstrickung in den Konflikt zu vermeiden. In der Region herrscht die Sorge, dass die Situation sehr schnell außer Kontrolle geraten könnte.
Venezuela ist nicht der einzige Spannungsherd
Im Schatten der Ereignisse in Caracas äußerte sich Donald Trump auch scharf zu Iran und drohte mit einer Intervention im Falle einer brutalen Niederschlagung von Protesten. Als Reaktion erklärte der oberste Führer Irans Ali Chamenei, das Land werde äußerem Druck nicht nachgeben.
Die Summe dieser Ereignisse zeichnet ein beunruhigendes Bild. Die Operation in Venezuela ist längst kein rein regionales Ereignis mehr, sondern Teil einer breiteren geopolitischen Spannung, deren Folgen die Welt noch lange zu spüren bekommen könnte.
Parallel dazu sorgen auch in Europa spektakuläre Ermittlungen wegen Finanzkriminalität für Aufsehen, darunter der großangelegte Schließfach-Diebstahl bei der Sparkasse in Gelsenkirchen mit einer Beute von über 10 Millionen Euro.

