Deutschland steht vor einer schweren Winterwetterlage, die in den kommenden Tagen zu einer echten Gefahr werden kann, berichtet osteopathisch-leben.de unter Berufung auf bild.de. Meteorologen warnen vor Sturm, starkem Schneefall und einem abrupten Temperatursturz, dessen Folgen bis weit in die nächste Woche reichen dürften.
Der Freitag wird zum kritischen Tag
Der Meteorologe Karsten Brandt, Gründer des Wetterportals Donnerwetter.de, spricht von einem besonders gefährlichen Freitag. Von Westen her zieht ein kräftiges Sturmsystem aus dem Atlantik auf Deutschland zu, mit Windgeschwindigkeiten von über 100 km/h. Gleichzeitig gelangt ungewöhnlich warme und feuchte Luft in die Region, die auf deutlich kältere Luftmassen trifft.
Genau diese Kombination sorgt laut Brandt für eine rasche Wetterverschärfung. Vor allem im Norden und Osten des Landes sowie in tiefer gelegenen Mittelgebirgsregionen kann es innerhalb kurzer Zeit zu intensiven Schneefällen kommen.
Bis zu 40 Zentimeter Schnee und massive Verwehungen

Die Neuschneemengen könnten örtlich bis zu 40 Zentimeter erreichen. Innerhalb weniger Stunden drohen daraus gefährliche Schneeverwehungen zu entstehen, die Straßen und Bahnstrecken blockieren. Autos und Züge könnten stecken bleiben, Fahrgäste im schlimmsten Fall stundenlang bei Minusgraden festsitzen.
Besonders kritisch ist die Lage abseits der großen Verkehrsachsen. In ländlichen Regionen dauert der Einsatz von Räumfahrzeugen oft länger, während sich die Wetterbedingungen sehr schnell verschlechtern können.
Wälder und Straßen werden zur Gefahrenzone
Der schwere, nasse Schnee belastet Bäume enorm. In Wäldern und an deren Rändern brechen Äste ab und stürzen auf Fahrbahnen oder geparkte Fahrzeuge. Fachleute raten dringend davon ab, Spaziergänge im Wald zu unternehmen, auch wenn die verschneite Landschaft zunächst harmlos wirkt.
Auch Adrian Leyser-Sturm vom Deutscher Wetterdienst warnt vor erheblichen Verkehrsproblemen am Freitag. Frischer Schnee und Verwehungen könnten in vielen Regionen den Verkehr zeitweise lahmlegen.
Stromausfälle möglich – Empfehlung: zu Hause bleiben
Neben dem Verkehr ist auch die Energieversorgung gefährdet. Unter der Last des nassen Schnees können Stromleitungen nachgeben, was regionale Stromausfälle wahrscheinlicher macht. In Kombination mit gesperrten Straßen erschwert das den Einsatz von Rettungs- und Notdiensten.
Deshalb raten Meteorologen eindringlich, auf nicht notwendige Fahrten zu verzichten und möglichst zu Hause zu bleiben. Die Schneefälle lassen erst im Laufe des Wochenendes langsam nach, Entwarnung gibt es jedoch nicht sofort.
Nach dem Schnee drohen Eisregen und Glätte

Nach Durchzug der Hauptfront sinken die Temperaturen in tieferen Lagen deutlich. In dieser Übergangsphase kann es zu Eisregen und gefährlicher Glatteisbildung kommen. Bereits ab Samstag steigt damit das Risiko schwerer Verkehrsunfälle und Stürze auf Gehwegen erheblich.
Schon geringe Niederschläge reichen dann aus, um Straßen und Bürgersteige in spiegelglatte Flächen zu verwandeln. Behörden appellieren an Autofahrer und Fußgänger, besonders vorsichtig zu sein.
Die kältesten Tage seit 2010
Auch die kommende Woche bleibt angespannt. Nach Abzug des Sturms folgt ein markanter Kälteeinbruch. In Berlin könnten die Temperaturen in der Nacht zum Montag auf minus 15 Grad fallen, tagsüber kaum über minus 8 steigen und am Dienstagmorgen sogar minus 16 Grad erreichen.
Karsten Brandt spricht von der kältesten Phase seit 2010. Für obdachlose Menschen stellen diese Temperaturen eine akute Lebensgefahr dar, weshalb soziale Dienste und Hilfsorganisationen mit einer stark erhöhten Belastung rechnen.
Mehrere Notfälle zeigen derzeit, wie schnell unerwartete Situationen selbst gut geplante Reisen verändern können, woran zuletzt auch die AIDAdiva erinnert hat, die wegen zweier medizinischer Einsätze ihren Kurs ändern musste.

