Deutschland erlebt derzeit eine ungewöhnliche Wetterlage, die Meteorologen als „Martini-Sommer“ (Martini-Sommer) bezeichnen, berichtet osteopathisch-leben.de unter Berufung auf dw.com. Dabei handelt es sich um ein seltenes Phänomen, bei dem die Temperaturen im November plötzlich auf frühlingshafte Werte steigen. In den ersten Tagen des Monats kletterten die Thermometer im Westen des Landes auf bis zu +20 °C – eine angenehme Überraschung für viele.
Trotz des Namens hat das Phänomen nichts mit dem bekannten Getränk Martini zu tun. Im Volksmund wird diese Phase auch als „spätes Altweibersommer“ bezeichnet, wenn die Natur kurz vor dem Wintereinbruch noch einmal Sonne und Wärme schenkt.
Warum es im November warm werden kann

Laut Meteorologen handelt es sich beim „Martini-Sommer“ um eine Wettersingularität – ein wiederkehrendes klimatisches Ereignis, das vom typischen Jahreszeitenmuster abweicht. In dieser Zeit bildet sich über Mittel- und Osteuropa ein stabiles Hochdruckgebiet, das warme Luftmassen aus dem Süden nach Norden lenkt. Genau das geschieht derzeit in Deutschland, vor allem in Regionen wie Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt.
Prognosen zufolge wird die warme Wetterlage noch bis Mitte nächster Woche anhalten. Im Westen sollen die Temperaturen auf +19 bis +20 °C steigen, während es im Osten etwas kühler bleibt. Ab dem 14. November rechnen Wetterexperten jedoch mit einer Abkühlung und einer Rückkehr zu typisch herbstlichen Werten.
Ein außergewöhnliches Wetterjahr
Meteorologen betonen, dass die derzeitige Wärmephase eine der ausgeprägtesten der letzten Jahre ist. Die Temperaturen liegen im Durchschnitt rund sieben Grad über dem langjährigen Mittel, besonders in Westdeutschland.
Seit mehreren Tagen liegen die Werte konstant mindestens fünf Grad über dem Durchschnitt, sodass offiziell von einer herbstlichen „Wärmewelle“ gesprochen werden kann. Dennoch weisen die Experten darauf hin, dass dieser Abschnitt wie gewohnt nur kurzzeitig ist – für echtes Sommerwetter muss man weiterhin bis zum nächsten Jahr warten.
Warum heißt es „Martini-Sommer“?

Der „Martini-Sommer“ fällt meist in die Zeit um den 11. November, wenn in Deutschland und anderen katholisch geprägten Ländern der Martinstag gefeiert wird. Der Name geht auf den heiligen Martin von Tours zurück, zu dessen Gedenken dieser besonders milde Herbstabschnitt benannt ist.
Einer Legende zufolge erblühte die Natur im November des Jahres 397 erneut, als der Leichnam des heiligen Martin überführt wurde – begleitet von einer plötzlichen Wärmeperiode, die später als „Martini-Sommer“ bekannt wurde.
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