In der Neuen Nationalgalerie Berlin ist derzeit die große Ausstellung „Von Max Ernst bis Dorothea Tanning. Netzwerke des Surrealismus“ zu sehen. Sie vereint Meisterwerke von Künstlerinnen und Künstlern, die Europa während der Weltkriege verlassen mussten, berichtet osteopathisch-leben.de unter Berufung auf dw.com. Ihre Geschichten sind Zeugnisse davon, wie Flucht und Verlust das Gesicht der modernen Kunst prägten.
Die Schau präsentiert Gemälde und Skulpturen aus der Sammlung von Ulla und Heiner Pietzsch, deren Provenienzforschung die bewegten Biografien der Künstler sichtbar macht – darunter Werke von Max Ernst, Leonora Carrington, André Masson und Victor Brauner.
Max Ernst: Der Absurde als Antwort auf den Krieg
Der deutsche Künstler Max Ernst erlebte den Ersten Weltkrieg an der Front – ein Trauma, das sein Leben prägte. In seiner Kunst fand er eine Antwort auf die Sinnlosigkeit der Gewalt.

Das Werk „Der Hausengel“ (1937) gilt als Reaktion auf den Spanischen Bürgerkrieg und als düstere Vorahnung der Zerstörung Europas. Nach seiner Internierung in Frankreich floh Ernst 1941 in die USA – mit Hilfe von Peggy Guggenheim, die ihm Schutz gewährte. In New York schuf er „Bilder für die Jugend“ – ein Sinnbild des Neuanfangs im Exil.

Leonora Carrington: Flucht als Offenbarung
Die britische Künstlerin Leonora Carrington floh nach der Verhaftung von Max Ernst nach Spanien, erlitt dort einen psychischen Zusammenbruch und konnte nur durch die Heirat mit einem mexikanischen Diplomaten entkommen.

In Mexiko entstand ihr Schlüsselwerk „Lauft, Damen, im Rosengarten ist ein Mann“ (1948) – eine poetische Allegorie weiblicher Freiheit. Carrington verband den europäischen Surrealismus mit der Mystik Lateinamerikas und wurde zu einer der wichtigsten Stimmen des feministischen Surrealismus.
André Masson: Zwischen Surrealismus und Expressionismus
Der Franzose André Masson, im Ersten Weltkrieg schwer verwundet, machte die Grenzerfahrung von Leben und Tod zum Zentrum seiner Kunst. Sein Gemälde „Schlachthaus“ (1932) gilt als Symbol menschlicher Verzweiflung.

Nach seiner Emigration in die USA beeinflusste Masson die abstrakten Expressionisten – darunter Jackson Pollock. Er wurde zu einer entscheidenden Brücke zwischen dem europäischen Surrealismus und der amerikanischen Moderne.
Victor Brauner: Die Kunst der Angst
Der rumänische Künstler Victor Brauner schuf 1932 ein Selbstporträt ohne linkes Auge – sieben Jahre später verlor er es tatsächlich bei einer Auseinandersetzung. Während des Krieges versteckte er sich in den französischen Alpen und malte dort „Das Tier der Hand“ (1943) – ein Sinnbild für Isolation, Angst und den Glauben an die Macht der Imagination.

Nach dem Krieg kehrte Brauner nach Paris zurück und vertrat Frankreich 1966 auf der Biennale von Venedig. Seine Kunst bleibt ein Symbol der inneren Freiheit trotz äußerer Bedrohung.
Surrealismus nach der Katastrophe
Die Berliner Ausstellung zeigt, wie aus Vertreibung und Verlust neue künstlerische Wege entstanden. Der Surrealismus, einst eine Rebellion gegen die europäische Vernunft, überlebte die Katastrophe Europas und blühte auf anderen Kontinenten neu auf.
Die Ausstellung „Von Max Ernst bis Dorothea Tanning“ ist in der Neuen Nationalgalerie Berlin bis zum 1. März 2026 zu sehen.
Wie in der Kunst braucht auch die Geduld der Fans ihre Zeit – Rockstar Games hat einen neuen Veröffentlichungstermin für GTA VI bekannt gegeben, die Fans sind enttäuscht, warten aber gespannt.

