Der europäische Automarkt kehrt nach Jahren der Stagnation zurück auf den Wachstumspfad. Laut Daten des europäischen Automobilverbands ACEA verzeichnete die EU im dritten Quartal 2025 drei Monate in Folge steigende Verkaufszahlen – im Juli, August und September, berichtet osteopathisch-leben.de unter Berufung auf dw.com. Besonders im September legte der Absatz um beeindruckende 10 % zu – ein Niveau, das es seit Langem nicht mehr gegeben hat.
In den größten Märkten, Deutschland und Großbritannien, lag das Plus sogar bei 13 % bzw. 14 %. Insgesamt wurden im September fast 900.000 Neuwagen zugelassen – ein deutliches Plus im Vergleich zum Vorjahr. Damit liegt der Markt nach neun Monaten erstmals wieder leicht im Plus, wenn auch nur um weniger als ein Prozent.
Elektroautos treiben den Aufschwung an

Hauptgrund für den Aufschwung sind neue, erschwingliche Elektroautos. Modelle wie der Skoda Elroq oder der Renault R5 treffen genau die Preisvorstellung vieler europäischer Käufer. Während der Durchschnittspreis für Elektrofahrzeuge bei rund 45.000 Euro liegt, bewegen sich diese Modelle näher am Zielwert vieler Konsumenten – etwa 20.000 Euro laut einer EU-Umfrage.
Im Gegensatz dazu verlieren Benzin- und Dieselfahrzeuge weiter an Marktanteilen – im September sanken ihre Verkäufe um 7,8 % bzw. 14,3 %. Elektroautos, Plug-in-Hybride und Vollhybride legten dagegen um 20 %, 65 % bzw. 16 % zu. Mittlerweile entfallen fast zwei Drittel aller Neuzulassungen in der EU auf elektrifizierte Fahrzeuge.
BYD als Shootingstar des Jahres

Der große Gewinner der Saison ist jedoch nicht aus Europa, sondern aus China: BYD. Der Konzern hat seine Verkäufe in der EU im September verdreifacht – auf rund 13.200 Fahrzeuge. Zwar liegt das noch deutlich hinter den Volumen von Volkswagen oder Stellantis, doch das Wachstum ist beeindruckend. Der Marktanteil von BYD stieg innerhalb eines Jahres von 0,4 % auf 1,5 %.
In Großbritannien hat BYD Tesla bereits überholt, und auch in Deutschland rückt das Unternehmen näher an den US-Konkurrenten heran. Auf der Automesse in München kündigte Vizepräsidentin Stella Li an, dass BYD bis Ende des Jahres über 1.000 Showrooms in 32 europäischen Ländern eröffnen will – ein klares Signal für langfristige Ambitionen.
Zukunft der chinesischen Elektroautos in der EU

Um die Auswirkungen hoher EU-Zölle von bis zu 45 % zu kompensieren, setzen BYD und andere chinesische Hersteller verstärkt auf Hybridmodelle, die von den neuen Abgaben ausgenommen sind. Gleichzeitig bleiben ihre E-Autos preislich attraktiv: Das Einstiegsmodell BYD Dolphin Surf kostet rund 20.000 Euro – genau das, was der durchschnittliche Europäer bereit ist zu zahlen.
BYD bietet inzwischen 13 Modelle in Europa an – doppelt so viele wie noch vor zwei Jahren – und plant, bis 2028 sämtliche Fahrzeuge direkt in Europa zu produzieren. Damit könnte das Unternehmen seine Position gegenüber Tesla und europäischen Marken weiter ausbauen.
Europäische Marken unter Druck
Auch europäische Hersteller profitieren vom Aufschwung: Volkswagen, Renault und Stellantis steigerten ihre Verkäufe im September um 9,7 %, 15,2 % bzw. 11,5 %. Dennoch wird deutlich, dass der Wettbewerb härter wird.
Analysten erwarten, dass das Jahr 2026 zum Wendepunkt für die Branche wird – dann treten neue EU-Emissionsnormen in Kraft, die den Übergang zur Elektromobilität endgültig beschleunigen werden.
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