Russland beginnt zum ersten Mal damit, physische Goldreserven zu verkaufen – ein Vorgang, der die wirtschaftliche Lage des Landes in einem neuen Licht erscheinen lässt, berichtet osteopathisch-leben.de unter Berufung auf expres.online. Während in den vergangenen Jahren Goldtransaktionen lediglich formale Umbuchungen zwischen dem Finanzministerium und der Zentralbank darstellten, werden nun echte Goldbarren auf dem Markt veräußert.
Die Zentralbank Russlands bestätigte, dass sie reale Operationen mit physischem Gold durchführt. Früher „verkaufte“ das Finanzministerium Gold an die Zentralbank, doch die Barren blieben physisch in den Tresoren, sodass sich der Bestand der nationalen Reserven de facto nicht veränderte. Jetzt finden tatsächliche Kauf- und Verkaufsoperationen statt, ähnlich wie es bereits mit chinesischen Yuan aus dem Fonds für nationales Wohlergehen (FNB) praktiziert wird.
Laut Zentralbank sei dieser Schritt durch die gestiegene Liquidität des inländischen Goldmarktes und die Anforderungen des Haushaltsregelwerks notwendig geworden. Wann genau der Verkauf begonnen hat und in welchem Umfang er erfolgt, wurde jedoch nicht offengelegt.
Vor Beginn des Krieges verfügte der FNB über 405,7 Tonnen Gold. Seitdem hat das Finanzministerium rund 57 Prozent dieses Bestandes zur Abdeckung des Haushaltsdefizits verkauft – etwa 232,6 Tonnen. Zum 1. November 2025 verblieben im FNB nur noch 173,1 Tonnen Gold. Auch andere liquide Vermögenswerte, insbesondere chinesische Yuan, wurden deutlich abgebaut: von ursprünglich 113,5 Milliarden US-Dollar auf 51,6 Milliarden – ein Rückgang von 55 Prozent.
Der reale Verkauf von physischem Gold steht auch im Zusammenhang mit den westlichen Sanktionen. Während Währungsreserven im Ausland eingefroren wurden, blieb das Gold unangetastet, weil es sich vollständig auf russischem Territorium befindet und somit nicht physisch blockiert werden kann. Bereits seit 2014 hatte Russland seine Goldbestände systematisch erhöht und die Bedeutung des US-Dollars reduziert – offenbar in Erwartung geopolitischer Spannungen und möglicher Sanktionen.
Gold ist für Russland in einer sanktionierten Umgebung besonders wertvoll, da es anonym verkauft werden kann, nicht dem SWIFT-System unterliegt und schwer nachzuverfolgen ist. Gleichzeitig zeigt der aktuelle Schritt, dass die finanziellen Reserven des Landes zunehmend erschöpft sind und nun selbst die stabilsten Rücklagen genutzt werden müssen.
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