Das Weltraumwetter der kommenden Tage verspricht insgesamt ruhig zu bleiben, doch die Sonne zeigt weiterhin einige Besonderheiten, die von Forschern aufmerksam beobachtet werden, berichtet osteopathisch-leben.de unter Verweis auf Spaceweather. Obwohl keine starken Masseauswürfe registriert wurden, können einzelne Störungen die Erde bereits am 25.–26. November erreichen.
In den nächsten Tagen sind keine ernsten geomagnetischen Ereignisse zu erwarten, da es keinen koronalen Massenauswurf in Richtung Erde gab. Dennoch sind kleinere Störungen am 25.–26. November möglich — sie könnten durch ein riesiges koronales Loch verursacht werden, das derzeit einen sichtbaren Teil der Sonnenoberfläche einnimmt. Solche Strukturen verstärken den Strom der Sonnenstrahlung und interagieren mit dem Magnetfeld unseres Planeten.
Was ein koronales Loch ist
Koronale Löcher sind große Bereiche in der Sonnenkorona, in denen Temperatur und Plasmadichte niedriger sind als in den umliegenden Regionen. Für das menschliche Auge sind sie unsichtbar, doch Satelliten erkennen sie leicht im Röntgen- und Ultraviolettspektrum als dunkle Flecken. Der Kontrast entsteht durch das kühlere und dünnere Plasma.

In diesen Bereichen schließen sich die magnetischen Feldlinien nicht, sondern dehnen sich weit in den offenen Weltraum aus. Durch diese Struktur kann die Sonne geladene Teilchen nicht in der Nähe der Oberfläche halten — sie entweichen frei und bilden den schnellen Sonnenwind. Seine Geschwindigkeit kann 800–1000 km/s erreichen und damit doppelt so hoch sein wie üblich.
Wenn sich während der Rotation der Sonne ein koronales Loch „gegenüber“ der Erde befindet, richtet sich der Teilchenstrom direkt auf unseren Planeten. Beim Auftreffen auf die Magnetosphäre komprimiert und erschüttert er diese und erzeugt geomagnetische Störungen, die wir als Magnetstürme bezeichnen. Solche Löcher können monatelang bestehen, weshalb ihr Einfluss häufig wiederkehrt.
Koronale Löcher erzeugen nicht nur schnelle Sonnenwindströme, sondern auch besondere Wechselwirkungszonen — sogenannte CIRs. Dieses Phänomen entsteht, wenn der schnelle Wind einen langsameren Strom einholt und „aufschiebt“. Dadurch entsteht eine Schockwelle, die einen stärkeren Einfluss auf das Erdmagnetfeld hat als ein einzelner Sonnenwind. Deshalb können Magnetstürme während der CIR-Phase intensiver ausfallen.
Wie stark die Magnetstürme am 25.–26. November sein werden

Laut der Prognose der NOAA sind an diesen Tagen lediglich schwache geomagnetische Schwankungen des Niveaus G1 möglich. Dies ist das minimale Niveau eines Magnetsturms, das die Infrastruktur kaum beeinflusst: Stromnetze können leichte Schwankungen verspüren, doch Schutzsysteme funktionieren weiterhin normal. Die Satellitenkommunikation bleibt stabil, und Polarlichter sind nur in hohen nördlichen Breiten möglich. Tiere, die empfindlich auf Magnetfeldänderungen reagieren, können jedoch selbst auf solche schwachen Schwankungen reagieren.
Ob in den nächsten Tagen stärkere Störungen möglich sind

Nach Angaben von solen.info sind auf koronografischen Aufnahmen keine koronalen Massenauswürfe zu erkennen, die in Richtung Erde gerichtet wären. Genau sie verursachen am häufigsten starke Stürme der Stufen G3–G5. Solche Auswürfe erreichen die Erde in der Regel nach drei Tagen, manchmal aber schon nach 24 Stunden oder erst nach fünf Tagen. Wenn es in den letzten Tagen keine Auswürfe gab, sind starke geomagnetische Ereignisse unwahrscheinlich.
Daher werden bis zum 27. November keine größeren Störungen erwartet.
Warum die NOAA-Prognose nicht immer genau ist
NOAA erstellt jeden Montag eine ungefähr 27-tägige Vorhersage des Weltraumwetters, doch das Verhalten der Sonne ist zu chaotisch, um es für mehr als einige Tage präzise vorherzusagen. Ein anschauliches Beispiel: Für den 2. Oktober wurde ein Kp-Index von 2 erwartet, doch tatsächlich sprang der Wert auf 7, was einen starken Sturm G3 bedeutet. Daher sollten langfristige Einschätzungen mit Vorsicht betrachtet werden.
Wenn Ihre Tätigkeit vom Weltraumwetter abhängt, sollten Sie sich nicht auf diese langfristigen Prognosen verlassen — ihre Fehlerquote ist zu groß.
Kp-Index
Der wichtigste Indikator geomagnetischer Störungen, der alle drei Stunden anhand von Magnetometerdaten aus aller Welt gemessen wird. Seine Werte zeigen, wie stark der Sonnenwind mit dem Magnetfeld der Erde interagiert.
- Kp < 5 — kein Sturm
- Kp 6 — Sturm G1
- Kp 7 — Sturm G2
- und so weiter bis zum Niveau G5
Der F10.7-Radiofluss
Ein stabiler Indikator der Sonnenaktivität, der bei einer Wellenlänge von 10,7 cm gemessen wird. Beobachtungen werden seit 1947 durchgeführt. Der Index korreliert eng mit der Anzahl der Sonnenflecken, der ultravioletten Strahlung und dem Zustand der oberen Atmosphärenschichten. Die Werte reichen je nach Phase des Sonnenzyklus von 50 bis 300 sfu.
Der planetare Ap-Index
Er zeigt das durchschnittliche tägliche Niveau der geomagnetischen Aktivität. Er wird auf Grundlage von acht Kp-Werten pro Tag berechnet, indem jeder in die lineare A-Skala umgewandelt und anschließend der Mittelwert ermittelt wird.
Auch wenn das Weltraumwetter in dieser Woche Veränderungen zeigt, bleiben sie schwach, und die Sonne gibt keine Anzeichen für starke Auswürfe, die die Erde in den nächsten Tagen beeinflussen könnten.
Zum Abschluss lohnt sich ein Blick auf ein weiteres Thema, das inhaltlich anschließt und ebenfalls relevant ist — Eine neue Studie der Cornell University zeigt, dass langjährige Freundschaften mit einem langsameren biologischen Altern einhergehen.

