Als Alexandra Gardorff zu Jahresbeginn die Diagnose Brustkrebs erhielt, stellte sich ihr Leben schlagartig auf den Kopf, berichtet osteopathisch-leben.de unter Berufung auf focus.de. Sie begann eine intensive Behandlung, stellte sich auf lange Monate voller Nebenwirkungen ein – und erfuhr erst nach der Operation, dass ein großer Teil dieser Therapie unnötig gewesen war. Die erste Diagnose hatte nicht gestimmt.
Die Nachricht nach der Operation, die alles veränderte
Im Gespräch mit dem Magazin buten un binnen erzählt Gardorff, wie sie nach mehreren Zyklen Chemotherapie und Antikörperbehandlung zur Nachbesprechung ins Krankenhaus kam. Dort teilten ihr die Ärzte mit, dass die Tumorart weniger aggressiv sei als zunächst angenommen. Die ursprüngliche Einschätzung war schlicht falsch gewesen.
Der Moment habe sie fassungslos gemacht, sagt sie. Monate voller Strapazen – und plötzlich der Hinweis, dass ein deutlich milderer Therapieplan ausreichend gewesen wäre.
Wochenrhythmus Krankenhaus: Körper am Limit
Gardorff beschreibt jene Zeit als monotone und gleichzeitig erschöpfende Routine. Einmal pro Woche fuhr sie zur Chemotherapie, alle drei Wochen erhielt sie zusätzlich Antikörper. Anfangs funktionierte der Körper noch einigermaßen, doch nach und nach setzte die Kraft aus.

Die Nebenwirkungen waren hart: Haarausfall, entzündete Haarfollikel, gereizte Schleimhäute. Aus heutiger Sicht hätte für ihre tatsächliche Erkrankung eine Operation mit anschließender Bestrahlung genügt.
Verlorenes Vertrauen
Freunde versuchten, ihr Mut zu machen – schließlich sei die Prognose am Ende besser gewesen als gedacht. Doch für Gardorff fühlte es sich anders an. Sie hatte eine schwierige Behandlung hinter sich, die bei korrekter Diagnose gar nicht nötig gewesen wäre.
„Ich habe mich komplett anvertraut. Und dann zu merken, dass dieses Vertrauen zerbricht – das war das Schlimmste“, sagt sie.
Fehldiagnosen sind kein seltenes Phänomen
Laut dem Statistischen Bundesamt war Krebs 2023 die fünfthäufigste Ursache für einen Krankenhausaufenthalt. Insgesamt wurden 1,44 Millionen Patientinnen und Patienten wegen einer Krebserkrankung stationär behandelt. Jede Fehleinschätzung kann den Therapieverlauf massiv verändern – und belastet nicht nur körperlich, sondern auch psychisch.
Eine der bekanntesten Geschichten stammt von Katrin Schwarzenbacher. Auch sie erhielt eine falsche Krebsdiagnose und durchlief monatelang belastende Therapien, bevor klar wurde, dass die vermeintliche Tumorbildung lediglich eine gutartige Hyperplasie war. Ihre Erfahrungen hielt sie im Buch „Tod auf Probezeit“ fest.
Ihr Fall lenkt erneut den Blick auf aktuelle medizinische Forschung, etwa neue Erkenntnisse aus einer Oxford-Studie über den Einfluss von RSV- und Gürtelrose-Impfungen auf das Demenzrisiko.

