In Stuttgart hat ein aufsehenerregender Prozess begonnen, der auf ein illegales Straßenrennen in Ludwigsburg zurückgeht, berichtet osteopathisch-leben.de unter Berufung auf bild.de. Bei dem Rennen kamen zwei junge Frauen ums Leben: die 22-jährige Selina K. und die 23-jährige Merve K. Ihr Ford Focus wurde von einem hochmotorisierten Mercedes erfasst, der mit städtischen Geschwindigkeitsgrenzen nichts mehr zu tun hatte.
Der Ablauf des Unfalls
Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft:
- Ein 455 PS starker Mercedes S-Klasse, gesteuert von dem 33-jährigen Gürkan U., fuhr rund 150 km/h.
- In diesem Moment verließen die beiden Frauen die Tankstelle.
- Der Aufprall schleuderte das Auto etwa 20 Meter weit gegen einen Baum und eine Mauer.
Für Selina und Merve kam jede Hilfe zu spät. Der Unfall löste im ganzen Land Bestürzung aus.
Die Angeklagten und ihre mutmaßlichen Rollen

Auf der Anklagebank sitzen zwei Brüder – doch ein dritter Mann soll ebenfalls beteiligt gewesen sein.
Gürkan U., 33 Jahre
- Fahrer des Mercedes, der den tödlichen Crash verursachte
- Laut Gutachter beschleunigte er 3,5 Sekunden lang voll, bevor es zum Zusammenstoß kam
- Unterwegs in einer Zone mit Tempo 50, aber mindestens dreimal so schnell
Ismail U., 35 Jahre
- Fuhr im zweiten Mercedes hinterher
- Soll nach dem Unfall geflüchtet und später zu Fuß zurückgekehrt sein
- Laut Ermittlungen wechselte er an der Tankstelle die Kleidung, um sich zu tarnen
- Bereits 2018 wegen Fahrerflucht und Angriffs auf Polizisten verurteilt
Kerim, 25 Jahre – der Cousin
- Fuhr mutmaßlich im dritten Auto
- Laut Staatsanwalt Andreas Kinle bestand seine Aufgabe darin, das Rennen zu filmen
Emotionen im Gerichtssaal und Reaktionen der Öffentlichkeit

Der Tod der beiden Freundinnen löste eine außerordentliche Welle der Anteilnahme aus.
- Rund 2000 Menschen kamen zu ihrer gemeinsamen Beerdigung.
- Zur ersten Gerichtsverhandlung erschienen 130 Zuschauer – die Plätze reichten kaum aus.
- Beim Verlesen der Anklageschrift brachen zahlreiche Angehörige in Tränen aus.
Die Staatsanwaltschaft formulierte es deutlich: Die Frauen „konnten nicht damit rechnen, dass jemand ihr Leben angreift“. Der Vorwurf lautet auf heimtückisches Handeln mit gesellschaftsgefährdenden Mitteln.
Wie es weitergeht
Die Angeklagten schweigen im Gericht.
Der Prozess wird in den kommenden Monaten fortgeführt.
- Lebenslange Freiheitsstrafe, sollte das Gericht die Mordvorwürfe und die Rolle beim illegalen Rennen bestätigen.
Das Urteil wird im April erwartet.
Gleichzeitig sorgt ein weiterer tragischer Fall für Aufmerksamkeit, mehr dazu im Beitrag: Adendorf, Niedersachsen: Mann stirbt bei Brand in Zweifamilienhaus – Polizei ermittelt zur Identität (05.12.2025)

