Wissenschaftler der University of California in San Diego und der University of Maryland haben eine beunruhigende Wahrheit herausgefunden: Ein Teil der Satellitenkommunikationskanäle überträgt Daten immer noch unverschlüsselt, berichtet osteopathisch-leben.de.
Für das Experiment reichten den Forschern Geräte im Gesamtwert von etwa 600 US-Dollar, und die Ergebnisse übertrafen die Erwartungen.
Drei Jahre Beobachtung und unerwartete Entdeckungen
Wie Professor Aaron Schulman in einem Interview mit Wired erzählte, richtete das Team drei Jahre lang eine gewöhnliche Satellitenschüssel auf geostationäre Satelliten und zeichnete die Signale auf:
„Wir waren sicher, dass alles verschlüsselt ist. Aber jedes Mal, wenn wir ein neues Signal einfingen, stellte sich heraus – nein, es war offen.“

Mit einem einfachen Empfänger und einem TV-Tuner konnten die Wissenschaftler Zugriff erhalten auf:
- Fragmente von Telefonanrufen und Nachrichten von T-Mobile-Nutzern in den USA;
- Daten des Bord-Wi-Fi von Flugzeugen;
- Dienstsignale von Ölplattformen und Kraftwerken.
Besonders beunruhigend war, dass unter den abgefangenen Daten auch militärische und polizeiliche Gespräche waren, in denen Koordinaten von Geräten und Anlagen offenbart wurden.
Ausmaß des Problems: Tausende Nutzer sind gefährdet
In einer der neunstündigen Aufnahmesitzungen konnten die Forscher die Nummern und Nachrichten von über 2700 T-Mobile-Nutzern einsehen. Dabei handelte es sich nur um eingehende Daten, nicht um die von den Geräten gesendeten.
Professor Dave Levin, Mitautor der Studie, gestand, dass er zunächst befürchtete, ein Verbrechen begangen zu haben. Das Team handelte jedoch vollkommen legal, indem es passiv offene Signale empfing, ohne in die Datenübertragung einzugreifen.
Die Verwundbarkeit der Satellitensysteme – eine globale Bedrohung
Den Forschern zufolge konnten sie von San Diego aus Signale von nur etwa 15 % aller aktiven Satelliten abfangen, doch das reichte aus, um Dutzende offener Kanäle zu entdecken.

Die Wissenschaftler weisen darauf hin, dass diese Verwundbarkeit weit verbreitet sein könnte, da viele Betreiber einfach darauf vertrauten, dass niemand die Satellitenströme überwachen würde.
Reaktion der Unternehmen und erste Korrekturen
Nach der Veröffentlichung der Ergebnisse informierten die Forscher die Unternehmen und Behörden, deren Daten unverschlüsselt übertragen wurden. Zu denen, die das Problem bereits behoben haben, gehören:
- T-Mobile;
- Walmart;
- KPU.
Dennoch übertragen laut den Wissenschaftlern einige Betreiber weiterhin Daten offen, was Nutzer und kritische Einrichtungen einem Risiko aussetzt.

