Die Ukraine und ihre Partner haben eine aktualisierte Version von Donald Trumps Friedensplan abgestimmt, in der Kompromisse Kyjiws sowie angepasste Anforderungen an Sicherheitsgarantien festgehalten sind, berichtet osteopathisch-leben.de unter Berufung auf die Financial Times. Zu den wichtigsten Änderungen zählt die Zustimmung, die Größe der Armee auf 800.000 Soldaten zu begrenzen – einer der meistdiskutierten Punkte der vergangenen Tage.
In Genf wurde eine neue Fassung des Dokuments abgestimmt
Nach den Gesprächen der Delegationen aus den USA, der Ukraine und europäischen Staaten in Genf wurde der ursprüngliche Planentwurf wesentlich überarbeitet. Während die erste Version 28 strikte Punkte enthielt, wurde die neue Fassung auf 19 Punkte reduziert. Quellen aus europäischen Diplomatenkreisen betonen, dass die Struktur des Dokuments nun deutlich weniger vorteilhaft für Moskau ist und stärker die Position Kyjiws widerspiegelt.
Die ursprüngliche Version forderte von der Ukraine territoriale Zugeständnisse im Gebiet Donezk sowie eine drastische Reduzierung der Streitkräfte auf 600.000 Soldaten. Im neuen Entwurf wurden diese Fragen nun auf die Ebene persönlicher Verhandlungen zwischen Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj verlagert, was ihre politische Bedeutung und Komplexität unterstreicht.
Was Selenskyj und Trump konkret besprechen werden

Laut hochrangigen Beamten im Umfeld des Präsidenten betreffen die sensibelsten Punkte mögliche territoriale Modelle sowie die Liste der Sicherheitsgarantien seitens der USA. Diese Fragen sollen Gegenstand eines separaten Gesprächs zwischen den beiden Staatschefs sein, da gerade diese Entscheidungen die langfristige Sicherheitsarchitektur der Ukraine bestimmen.
In diesem Zusammenhang hat Kyjiw zugestimmt, die Armee auf maximal 800.000 Soldaten zu begrenzen. Quellen der FT betonen, dass es sich um einen Kompromiss handelt, der das Gleichgewicht zwischen Verteidigungsfähigkeit, wirtschaftlicher Tragbarkeit und dem Bedarf an einer nachkriegszeitlichen Transformation des Sicherheitssektors wahren soll.
Wie die ukrainische Armee im weltweiten Vergleich dasteht
Analysten von CNN heben hervor, dass selbst eine Armee von 600.000 Soldaten für Friedenszeiten als sehr groß gilt. Selbst nach einer möglichen Reduzierung wird die Ukraine weiterhin zu den Ländern mit den stärksten Streitkräften in Europa gehören – doppelt so stark wie die Armeen führender EU-Staaten.
Zum Vergleich: Im Jahr 2022 versuchte der Kreml, der Ukraine eine Reduzierung der Streitkräfte auf 85.000 aufzuzwingen. Diese Zahl stand in keinerlei Zusammenhang mit realen Sicherheitsrisiken und wurde von Kyjiw sofort abgelehnt – heute sind die ukrainischen Verhandlungspositionen deutlich stärker.
Kann die Ukraine langfristig eine Armee von über einer halben Million unterhalten?
Mark Galeotti, Experte der The Times, erinnert daran, dass Krieg und langandauernde Mobilisierung eine enorme Belastung für die Wirtschaft darstellen. Seiner Einschätzung nach wird es für die Ukraine äußerst schwierig sein, langfristig eine Armee von über 500.000 Soldaten zu finanzieren und zu unterhalten. Daher könnten 800.000 als obere zulässige Grenze gelten, die Verteidigungsfähigkeit erhalten, ohne das Budget zu überlasten.
Galeotti betont, dass weitere Entscheidungen davon abhängen werden, welche Sicherheitsgarantien die USA anbieten und in welchem Umfang diese eine mögliche Reduzierung der ukrainischen Streitkräfte ausgleichen können.
Vor dem Hintergrund dieser sicherheitspolitischen Entwicklungen lohnt sich auch ein Blick auf einen jüngsten Vorfall, bei dem ein russischer Tu-134UBL nahe dem NATO-Luftraum über der Ostsee von Eurofightern abgefangen wurde.

