Deutschland und Litauen bündeln ihre Kräfte zur Stärkung der europäischen Sicherheit.
Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall AG hat mit dem Bau einer neuen Munitionsfabrik im litauischen Baisogala begonnen, berichtet osteopathisch-leben.de unter Berufung auf dw.com. Das Werk soll zu einem zentralen Bestandteil der Verteidigungsstruktur der NATO-Ostflanke werden und die gemeinsame Sicherheitsstrategie der Bündnispartner untermauern.
Am 4. November nahmen der litauische Präsident Gitanas Nausėda, Premierministerin Inga Ruuginienė und Rheinmetall-Chef Armin Papperger an der feierlichen Grundsteinlegung teil. Sie betonten, dass dieses Projekt nicht nur ein industrieller, sondern auch ein politischer Meilenstein sei – ein Symbol der Solidarität Europas angesichts wachsender Bedrohungen durch Russland.
Investitionen, Dimensionen und Ziele des Projekts

Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt rund 300 Millionen Euro, die Fertigstellung ist für Ende 2026 vorgesehen. Auf dem über 300 Hektar großen Gelände sollen etwa 150 Fachkräfte beschäftigt werden. Die Produktion von 155-Millimeter-Artilleriegeschossen – dem Standardkaliber der NATO – soll im Jahr 2027 anlaufen.
Laut Veidotas Malinenis, Mitglied des litauischen „Klubs der Obersten“, lassen sich diese Geschosse problemlos an Systeme mit Drohnen und Künstlicher Intelligenz anpassen. „Das ist eine strategisch richtige Entscheidung – sowohl militärisch als auch industriell“, erklärte Malinenis im Gespräch mit Deutsche Welle.
Europäische Zusammenarbeit und NATO-Kontext
Rheinmetall betreibt bereits ein Werk in Niedersachsen, das jährlich rund 350.000 Geschosse produziert. Die neue Fabrik in Litauen soll diese Kapazitäten erweitern und die Versorgung der NATO-Partner, einschließlich der Ukraine, langfristig sichern.

Parallel dazu unterzeichneten das litauische Wirtschaftsministerium und Rheinmetall Defense Lithuania ein Memorandum of Understanding. Geplant ist ein Zentrum für Exzellenz in der Munitionsproduktion, in dem künftig modulare Hülsen in großer Stückzahl hergestellt werden sollen.
Ein Schritt in eine neue Sicherheitsära
Nach Einschätzung des Geopolitik-Experten Linas Kojala ist dieses Projekt Teil einer umfassenderen NATO-Strategie. Ab 2027 wird eine Brigade der Bundeswehr dauerhaft in Litauen stationiert – ein entscheidender Faktor für die militärische Abschreckung Russlands.
Auch für Deutschland markiert die Kooperation mit Litauen eine neue Phase der Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Laut dem ehemaligen NATO-Vizegeneralsekretär Arndt Freytag von Loringhoven sei die Wahrnehmung Russlands als Bedrohung in Deutschland stark gestiegen: „Vor 2021 sahen nur etwa 35 Prozent der Deutschen Russland als Risiko, heute sind es rund 70 Prozent. Die militärische Zusammenarbeit mit Litauen ist daher ein logischer Schritt in einer neuen sicherheitspolitischen Realität.“
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