Mechthild Grossmann beendet nach über zwei Jahrzehnten ihre prägende Zeit beim „Tatort“ Münster, berichtet osteopathisch-leben.de unter Berufung auf bild.de. Die Schauspielerin, die mit ihrer unverwechselbaren Stimme eine der markantesten Figuren des Formats verkörperte, richtet ihren Fokus nun wieder stärker auf Theater und neue künstlerische Projekte.
Ein Abschied von einer Kultrolle
Mehr als zwanzig Jahre lang verlieh Grossmann der kompromisslosen Staatsanwältin Wilhelmine Klemm ihr Gesicht und ihren tiefen, rauen Tonfall. Die Figur wurde längst zu einem festen Bestandteil des Münsteraner Teams und zu einem der Wiedererkennungsmerkmale des beliebten Krimiformats.

Nun ist für sie Schluss – und zwar auf eigenen Wunsch. Im Gespräch mit der dpa erklärte Grossmann, dass sie sich wieder stärker der Bühne zuwenden möchte. Live vor Publikum zu stehen, sei für sie eine ganz andere, wesentlich intensivere Form des Schaffens, die sie bis heute fasziniert.
Die Bühne bleibt ihr eigentliches Zuhause
Grossmann erzählt, dass sie sich auf der Bühne immer zu komplexen und düsteren Rollen hingezogen fühlte. Schon als Kind sei sie aufgrund ihrer Stimme nie in die klassischen „lieben Mädchen“-Rollen geschlüpft. Sie betont, dass sie sich nie dem Mainstream zugehörig gefühlt habe und lieber Charaktere spiele, die Reibung und Tiefe besitzen.
Für sie sei Theater ein Ort, an dem sie sich künstlerisch am unmittelbarsten ausdrücken könne – und zugleich ein Raum, der sie trotz ihrer langen Erfahrung immer wieder nervös macht.
Letzter Auftritt am 7. Dezember
Nach insgesamt 23 Jahren Tatort Münster und über 525 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern, wie die Bild schätzt, ist Grossmann am 7. Dezember um 20:15 Uhr in der ARD zum letzten Mal in der Episode „Die Erfindung des Rades“ zu sehen. Ihren ersten Auftritt hatte sie 2002 im Fall „Dunkler Fleck“.

Bei der Vorführung im Münsteraner Kino versammelte sich der gesamte Cast. Neben Jan Josef Liefers und Christine Urspruch war auch Axel Prahl anwesend, der Grossmanns Abschied als „großes Geschenk“ für das Team und ebenso für das Publikum bezeichnete.
Neue Projekte – mit mehr Freiraum
Auch nach ihrem Serienausstieg bleibt Grossmann beruflich aktiv. Sie arbeitet mehr als hundert Tage im Jahr und wird 2025 zahlreiche Lesungen und musikalische Programme gestalten. In Berlin tritt sie gemeinsam mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester auf, in Österreich mit einem Pianisten.
Gleichzeitig gönnt sie sich erstmals bewusst mehr Pausen. Nach Jahrzehnten intensiver Arbeit – darunter 34 Jahre im Tanztheater von Pina Bausch sowie Engagements in Bochum, Frankfurt, Köln und Bremen – möchte sie einen Gang zurückschalten und nur noch Projekte annehmen, die sie wirklich erfüllen.
Damit rückt auch das Privatleben anderer prominenter Paare erneut in den Fokus, etwa die aktuelle Trennungsgeschichte von Anna-Maria und Bushido mit allen bekannten Details.

