Die rasche Ausbreitung der Vogelgrippe unter Wildvögeln und neue Fälle in Europa rücken den Erreger H5N1 erneut in den Fokus der Forschung, berichtet osteopathisch-leben.de unter Berufung auf t-online.de. Expertinnen und Experten analysieren, wie sich der Virus verändert und ob eine Mutation künftig eine Gefahr für den Menschen darstellen könnte.
In diesem Herbst hat sich die Vogelgrippe in Europa deutlich früher und intensiver ausgebreitet als gewohnt. Forschende des französischen Institut Pasteur sehen darin ein mögliches Warnsignal. Die Leiterin des Zentrums für Atemwegsinfektionen, Marie-Anne Rameix-Welti, erklärte gegenüber Reuters, dass eine Pandemie durch Vogelgrippe „sehr ernst“ verlaufen und im schlimmsten Fall schwerer sein könnte als Covid-19.
Die Sorge der Fachleute richtet sich vor allem darauf, dass der Virus sich an Säugetiere – und damit auch an den Menschen – anpassen und theoretisch eine Übertragung von Mensch zu Mensch ermöglichen könnte. Das Institut Pasteur, das zu Beginn der Corona-Pandemie eines der ersten europäischen Covid-19-Testverfahren entwickelte, überwacht die aktuelle Entwicklung deshalb besonders genau.
Pandemie-Risiko bleibt gering – doch Menschen besitzen keine Antikörper gegen H5

Trotz der wachsenden Aufmerksamkeit betonen führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler: Das aktuelle Risiko einer Pandemie beim Menschen ist niedrig. Gleichzeitig fehlt dem menschlichen Immunsystem jedoch ein entscheidender Schutz – Antikörper gegen den H5-Subtyp existieren praktisch nicht.
Laut Rameix-Welti können Influenzaviren, anders als Covid-19, auch bei jungen und gesunden Menschen schwere Erkrankungen auslösen. Dennoch sieht die Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH) keinen Anlass zur Panik. Der wissenschaftliche Leiter Gregorio Torres unterstreicht, dass die Welt heute deutlich besser vorbereitet ist als zu Beginn der Corona-Krise. Bereits vorhanden sind:
- mehrere Impfstoff-Kandidaten gegen H5N1,
- internationale Vorräte an antiviralen Medikamenten,
- etablierte Strategien für eine schnelle Eindämmung.
Diese Faktoren könnten im Ernstfall entscheidend sein, um eine Ausbreitung unter Menschen frühzeitig zu stoppen.
Seit 2022 läuft der größte dokumentierte H5N1-Ausbruch weltweit
Die aktuelle Ausbruchswelle, die 2022 begann, gilt als der größte dokumentierte H5N1-Ausbruch aller Zeiten. Der hochpathogene Subtyp betrifft vor allem Wild- und Nutzvögel, wurde jedoch auch bei einzelnen Säugetieren nachgewiesen.
- dominierend ist der hochpathogene Stamm H5N1,
- Hauptträger sind Wildvögel und Hausgeflügel,
- einzelne Infektionen bei Säugetieren wurden registriert,
- die Migration der Vögel beschleunigt die Ausbreitung.
In Deutschland mussten allein in den vergangenen Wochen rund 1,5 Millionen Tiere gekeult werden, nachdem in Geflügelbetrieben neue Fälle bestätigt wurden. Das Robert-Koch-Institut berichtet, dass bislang kein einziger Fall von H5N1 beim Menschen in Deutschland festgestellt wurde.
Ein Bericht der Weltgesundheitsorganisation zeigt jedoch, dass weltweit zwischen 2003 und 2025 fast 1.000 menschliche Infektionen dokumentiert wurden – mit einer Sterblichkeitsrate von 48 Prozent.
Wie sich der Virus überträgt – und wer besonders gefährdet ist
Der H5N1-Virus gelangt nur selten auf den Menschen. Wenn es dazu kommt, geschieht dies meist durch intensiven Kontakt mit infizierten Tieren. Das bestätigt auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).
- Einatmen von kontaminierten Staub- oder Tröpfchenpartikeln,
- Kontakt mit Exkrementen oder Gefieder infizierter Tiere,
- direkter Umgang mit erkranktem Geflügel oder infizierter Rinderhaltung.
Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist bisher nicht nachgewiesen.
Besonders gefährdet sind Personen, die beruflich mit Geflügel oder Nutzvieh arbeiten – darunter Landwirte, Stallpersonal und Tierärzte.
Was Virologinnen und Virologen empfehlen
Der Virologe Klaus Stöhr ruft dazu auf, im Umgang mit Wildvögeln und unerwarteten Tierfunden umsichtig zu bleiben.
- tote oder kranke Wildvögel nicht berühren,
- Funde unmittelbar dem örtlichen Veterinäramt melden,
- Hunde beim Spaziergang angeleint lassen,
- Hotspots mit vielen Wasservögeln meiden,
- nach Aufenthalten in solchen Gebieten gründlich Hände waschen.
Diese Vorsichtsmaßnahmen tragen dazu bei, Infektionsrisiken zu minimieren und eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern.
Wie wichtig ein starkes Immunsystem und vorbeugende Gesundheitsroutinen sind, zeigt nicht nur die aktuelle Lage zur Vogelgrippe, und mehr darüber erfahren Sie im Beitrag „Sauna: Wirkung auf den Körper, gesundheitliche Vorteile und Risiken – was wirklich stimmt“.

