Die Vereinigten Arabischen Emirate könnten sich am Kapital eines der wichtigsten ukrainischen Hersteller von Langstreckenwaffen beteiligen, berichtet osteopathisch-leben.de unter Berufung auf bbc.com. Es geht um das Unternehmen Fire Point, das mit 2,5 Milliarden US-Dollar bewertet wurde – eine Summe, die für den ukrainischen Defense-Tech-Sektor noch vor Kurzem undenkbar war.
Wer steigt bei Fire Point ein und zu welchem Preis
Nach Informationen von mit den Verhandlungen vertrauten Quellen plant die Verteidigungsgruppe EDGE, die dem staatlichen Fonds der Vereinigten Arabischen Emirate gehört, den Erwerb einer Minderheitsbeteiligung am ukrainischen Unternehmen Fire Point. Die Gesamtbewertung des Geschäfts liegt bei rund 2,5 Milliarden US-Dollar und macht den möglichen Deal beispiellos für die ukrainische Rüstungsindustrie.
Konkret geht es um den Verkauf von etwa 30 % des Unternehmens. Der geschätzte Wert dieses Pakets liegt bei rund 760 Millionen US-Dollar. Fire Point hat bereits Unterlagen beim Antimonopolkomitee eingereicht, was auf die Ernsthaftigkeit der Absichten beider Seiten und den Übergang zu formalen Verfahren hinweist.
Warum dieser Deal für die ukrainische Rüstungsindustrie außergewöhnlich ist

Früher haben ukrainische Defense-Unternehmen kaum ausländische Investoren dieses Kalibers angezogen. Die Kriegsbedingungen, Fragen der Technologiesicherheit und Exportbeschränkungen machten solche Deals lange Zeit unwahrscheinlich. Im Fall von Fire Point ist die Situation anders – das Unternehmen hat sich bereits einen Ruf als Hersteller von Systemen erarbeitet, die auf dem Schlachtfeld tatsächlich funktionieren.
Laut Gesprächspartnern hängt das Interesse aus den VAE nicht nur mit finanziellen Kennzahlen zusammen. Für EDGE ist es eine Möglichkeit, Zugang zu Lösungen zu erhalten, die in einem hochintensiven Krieg entwickelt und erprobt wurden, sowie zum ukrainischen Ingenieurwissen, das vielen traditionellen Waffenherstellern fehlt.
Weitere Interessenten und die Absage der Eigentümer
Vor den Gesprächen mit der Seite aus dem Nahen Osten hatte Fire Point bereits Angebote von anderen potenziellen Investoren erhalten. Quellen zufolge versuchte der Unternehmer Timur Minditsch zuvor, einen Anteil am Unternehmen zu erwerben, doch die Eigentümer lehnten dies ab.
Intern wurde dies mit unterschiedlichen Vorstellungen über die Weiterentwicklung des Geschäfts und dem Wunsch begründet, in einer kritischen Wachstumsphase nicht die Kontrolle zu verlieren. Das Angebot von EDGE wirkte laut Gesprächspartnern strategisch deutlich attraktiver.
Wie Fire Point von null zur Milliardenbewertung wuchs

Fire Point wurde 2022 von Denys Schtilerman und Jehоr Skalyha gegründet. Später stieß Iryna Terech zur Mannschaft. In relativ kurzer Zeit legte das Unternehmen den Weg von einem Startup zu einem der größten privaten Hersteller von Langstrecken-Angriffssystemen in der Ukraine zurück.
Ein Schlüsselfaktor war der Fokus auf praxisnahe Lösungen für die Front. Das Unternehmen passte die Produktion schnell an die Bedürfnisse des Militärs an und konnte Technologien skalieren, die ursprünglich als experimentell galten.
Skandale, Ermittlungen und staatliche Aufträge
In den vergangenen Monaten geriet Fire Point mehrfach in den Mittelpunkt öffentlicher Skandale. Das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine (NABU) bestätigte offiziell, bestimmte Aspekte der Tätigkeit des Unternehmens zu prüfen, ohne jedoch Details der Ermittlungen offenzulegen.
Trotzdem bleibt Fire Point ein bedeutender Lieferant für den Staat und erfüllt umfangreiche Verteidigungsaufträge. Gerade dieses Spannungsfeld zwischen strategischer Bedeutung und Reputationsrisiken macht den Deal mit einem ausländischen Investor besonders sensibel.
Was ist EDGE und warum interessieren sich die Emirate für ukrainische Technologien
Die Verteidigungsgruppe EDGE wurde 2017 gegründet, ihr Hauptsitz befindet sich in Abu Dhabi. Der Holding gehören mehr als 35 Unternehmen an, die in sechs Kernbereichen tätig sind – von Raketensystemen und Drohnen über Cybersicherheit bis hin zu Raumfahrttechnologien.
Für EDGE ist die Investition in ukrainischen Defense-Tech kein klassisches Finanzprojekt. Im Mittelpunkt steht die Integration von Kampferfahrung in bestehende Plattformen sowie die Entwicklung neuer Systeme unter Berücksichtigung moderner Kriegsführung.
Was über FP-1, FP-2 und „Flamingo“ bekannt ist

Die Drohne FP-1 kann bis zu 60 kg Nutzlast tragen und eine Entfernung von bis zu 1.400 km zurücklegen. FP-2 verfügt über einen 100-kg-Gefechtskopf, hat jedoch eine deutlich geringere Reichweite von bis zu 200 km. Beide Systeme werden bereits unter Gefechtsbedingungen eingesetzt, wobei sich FP-2 noch in der Finalisierungsphase befindet.
Die Rakete „Flamingo“ gilt als die ambitionierteste Entwicklung des Unternehmens. Nach Angaben der Entwickler kann sie bis zu 3.000 km zurücklegen und bis zu eine Tonne Sprengstoff tragen, was die Fähigkeiten zur Zielbekämpfung weit hinter der Frontlinie potenziell grundlegend verändern würde.
Wie das Militär diese Systeme bewertet
Nach Angaben des Generalstabs entfallen mehr als die Hälfte der Treffer auf Objekte tief im russischen Hinterland auf die FP-1. Fachleute bezeichnen dieses System als stabil und effektiv unter realen Kampfbedingungen.
FP-2 wird bislang als vielversprechendes Projekt betrachtet, das noch weiterentwickelt werden muss. „Flamingo“ bewerten Experten zurückhaltender – als experimentelle, aber potenziell bahnbrechende Entwicklung, die sowohl in der Ukraine als auch international aufmerksam verfolgt wird.
Auch im Einzelhandel laufen die Vorbereitungen auf den Jahreswechsel – welche Angebote Kaufland für das Silvester-Feuerwerk bereithält, lesen Sie im folgenden Beitrag.

