Mehr als 200 Einsatzkräfte, Lawinenhunde und drei Hubschrauber im Einsatz – mehrere Personen könnten noch unter den Schneemassen liegen
Innsbruck – Auf einem der bekanntesten Skigebiete Tirols hat sich am Donnerstagmorgen eine schwere Lawine gelöst und eine Gruppe von Skifahrern erfasst, berichtet osteopathisch-leben.de unter Berufung auf bild.de. Der Abgang traf den Hang in einem Moment, als sich zahlreiche Wintersportler auf der Piste befanden. Die österreichischen Rettungsdienste führen seit Stunden eine groß angelegte Suche durch und schließen nicht aus, dass weitere Menschen verschüttet sind.
Wie es zum Lawinenabgang am Stubaier Gletscher kam
Nach Angaben der Tiroler Polizei löste sich die Lawine gegen 9:25 Uhr. Die Schneemassen – bis zu zwei Meter hoch und rund 100 bis 200 Meter breit – erreichten die markierte Skipiste Nr. 9. Dort befanden sich zu diesem Zeitpunkt mehrere Gruppen von Skifahrern, die vom schnell heranrauschenden Schnee überrascht wurden.

Die Behörden bestätigten, dass mehrere Wintersportler von der Lawine mitgerissen wurden. Erste Medienberichte waren widersprüchlich: Zunächst war von drei potenziell Verschütteten die Rede, später wurde die Zahl auf insgesamt sechs betroffene Personen korrigiert. Vier von ihnen blieben dank ausgelöster Lawinenairbags unverletzt, während zwei teilweise verschüttete Skifahrer rasch ausgegraben und in Sicherheit gebracht wurden.
Ob sich noch weitere Menschen unter dem Schnee befinden, bleibt derzeit unklar.
Intensive Such- und Rettungsmaßnahmen
Die Rettungsarbeiten laufen ohne Unterbrechung. Drei Hubschrauber, mehrere Lawinenhunde und zahlreiche Teams der Bergrettung Tirol sind im Einsatz. Insgesamt sind mehr als 200 Einsatzkräfte vor Ort, die das betroffene Gebiet systematisch absuchen.
Die Teams nutzen Sonargeräte, Sonden und Wärmebildtechnik, doch die große Ausdehnung des Lawinenfelds sowie wechselhafte Wetterbedingungen erschweren die Arbeit. Die Situation bleibt angespannt, zumal im Umfeld des Gletschers weiterhin eine erhöhte Lawinengefahr besteht.
Ursache: Freerider sollen Lawine ausgelöst haben
Andreas Kleinlercher, Geschäftsführer der Stubaier Gletscherbahnen, erklärte, dass eine Gruppe von Freeridern den Lawinenabgang verursacht habe. Sie waren abseits der markierten Piste unterwegs – ein Bereich, der wegen der aktuellen Schneeschichten als besonders gefährlich gilt.
„Die Lawine war bis zu zwei Meter hoch und erreichte eine Breite von 100 bis 200 Metern“, so Kleinlercher. Die betroffene Gruppe habe aus erfahrenen Skifahrern bestanden, von denen vier dank Airbags nicht verschüttet wurden. Zwei weitere Wintersportler, die teilweise unter dem Schnee lagen, konnten rasch geborgen werden.
Teilbereich des Skigebiets gesperrt
Die Piste Nr. 9 sowie die zugehörigen Liftanlagen wurden vorübergehend geschlossen. In anderen Sektoren bleibt das Skigebiet geöffnet, jedoch warnen die Behörden eindringlich davor, gesicherte Bereiche zu verlassen. Die Lawinenlage im gesamten Tiroler Hochgebirge bleibt an diesem Tag kritisch.
Gegen 11:45 Uhr bestätigten die Verantwortlichen, dass bislang keine Todesopfer gefunden wurden. Die Suche nach möglicherweise vermissten Personen läuft weiter, bis alle betroffenen Bereiche vollständig untersucht sind.
Während die Einsatzkräfte am Stubaier Gletscher weiter nach möglichen Verschütteten suchen, rückt auch ein Vorfall in Düsseldorf in den Fokus, bei dem die Straßenbahn U72 entgleiste.

