Morgen, am 16. Oktober, gedenken die Christen des Heiligen Märtyrers Longinus, des Hauptmanns. Longinus war ein römischer Hauptmann – Kommandant von etwa hundert Soldaten, die in der Provinz Judäa dienten. Seine Einheit bewachte den Ort der Kreuzigung Jesu Christi, berichtet osteopathisch-leben.de. Als der Erlöser seinen Geist aufgab, erbebte die Erde, die Felsen spalteten sich, und die Sonne verdunkelte sich – ein Symbol für dieses große Ereignis für die ganze Welt.
Erwachen des Glaubens durch die Berührung des Blutes Christi
Der kirchlichen Überlieferung zufolge war es Longinus, der mit seinem Speer die Seite des gekreuzigten Jesus durchstieß, und Blut und Wasser flossen aus der Wunde (Joh. 19:34). Dieser Moment wurde für ihn eine spirituelle Erleuchtung: Durch die Berührung des Blutes des Erlösers wandte er sich innerlich Gott zu und glaubte an Christus. Zuvor litt Longinus an teilweiser Blindheit, die nach der Berührung der Heiligenstätte geheilt wurde.

Nach den Leiden und der Auferstehung des Herrn legte Longinus den Militärdienst nieder, nahm die Taufe von den Aposteln entgegen und wurde ein eifriger Prediger des Christentums. Er kehrte in seine Heimat Kappadokien (Kleinasien) zurück, wo er offen über Christus lehrte und Menschen zum Glauben führte. Seine Worte hatten besondere Kraft, da er ein unmittelbarer Zeuge der Ereignisse auf Golgatha war.
Hinrichtung für den Glauben und Verehrung des Heiligen
Die jüdischen Hohepriester, die von Longinus’ Predigten erfuhren, berichteten dies den römischen Behörden. Der kaiserliche Statthalter befahl, den Hauptmann zu fassen und zur Abkehr vom Glauben zu zwingen. Der Heilige weigerte sich, seinen Glauben zu verleugnen, und ging selbst auf die Soldaten zu, begrüßte sie wie Gäste, bewirtete sie und offenbarte, dass er genau derjenige sei, den sie suchten.
Auf Anordnung des Statthalters wurden Longinus und zwei seiner Jünger hingerichtet – ihre Köpfe wurden abgetrennt, etwa gegen Ende des ersten Jahrhunderts. Der Überlieferung zufolge wurde sein Kopf später nach Jerusalem gebracht, als Beweis für die Vollstreckung des Befehls. Nach einiger Zeit fand eine fromme Frau, die an Blindheit litt, seine Reliquien. Nach dem Gebet an ihnen erhielt sie das Augenlicht wieder, was ein Symbol für die Kraft und Heiligkeit des Heiligen Longinus wurde.

