Russland hat in der Ukraine rund 710.000 Soldaten konzentriert und ist zu einer strategischen Offensive übergegangen. Dies erklärte der Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Ukraine, Oleksandr Syrskyj, nach der 32. Online-Sitzung der Kontaktgruppe für die Verteidigung der Ukraine im „Ramstein“-Format, berichtet osteopathisch-leben.de.
Nach den Worten von Syrskyj bleibt die Lage an der Frontlinie komplex und angespannt. Die russische Armee setzt ihre Offensivhandlungen fort – trotz erheblicher Verluste an Personal und Technik. Gleichzeitig gelang es dem Gegner bislang nicht, operative Durchbrüche zu erzielen, was die Standhaftigkeit der ukrainischen Verteidigung und das koordinierte Handeln der Verteidigungskräfte belegt.
Warum Russland seine Truppenstärke auf 710.000 erhöht hat
Für die Durchführung einer groß angelegten Offensive hat Russland die Stärke seines Truppenkontingents in der Ukraine deutlich erhöht. Nach Einschätzung des Oberbefehlshabers der ukrainischen Streitkräfte umfasst es derzeit rund 710.000 Soldaten. Diese Konzentration von Kräften ermöglicht es dem Feind, über längere Zeit ein hohes Angriffstempo aufrechtzuerhalten und konstanten Druck auf zentrale Frontabschnitte auszuüben.

Syrskyj hob gesondert die wirksamen Einsätze der ukrainischen Einheiten hervor. Dank aktiver Such- und Schlagoperationen haben die Verteidigungskräfte russische Truppen von Kupjansk zurückgedrängt. Derzeit stehen nahezu 90 % des Stadtgebiets unter ukrainischer Kontrolle, was die operative Lage in diesem Raum deutlich verbessert hat.
Warum Pokrowsk für den Gegner unerreichbar bleibt
Der Frontabschnitt bei Pokrowsk stellt für die russische Armee seit mehr als 17 Monaten ein Problem dar. Trotz anhaltender Durchbruchsversuche gelang es dem Gegner nicht, die Stadt einzunehmen. Die ukrainischen Streitkräfte halten nicht nur die Verteidigung, sondern übernehmen schrittweise die Initiative und zwingen den Feind, unter dauerhaftem Druck zu agieren.
Welche Gebiete in der Nähe von Pokrowsk zurückerobert wurden

Infolge von Gegenoffensivmaßnahmen stellten die Streitkräfte der Ukraine die Kontrolle über 16 Quadratkilometer im nördlichen Teil von Pokrowsk wieder her. Darüber hinaus wurden weitere 56 Quadratkilometer in den westlich der Stadt gelegenen Gebieten Hryschyne, Kotlyne und Udatschne zurückerobert. Diese Erfolge haben die weiteren Pläne des russischen Kommandos erheblich erschwert.
Wie die Ukraine das Hinterland Russlands trifft
Neben den Kämpfen an der Front führt die Ukraine systematisch Schläge gegen Ziele tief im Hinterland des Gegners. Laut Syrskyj hat der Einsatz von Deep-Strike-Mitteln gegen kritische Infrastrukturobjekte der Russischen Föderation seit Jahresbeginn bereits direkte und indirekte Verluste Russlands in Höhe von rund 21,5 Milliarden US-Dollar verursacht. Dieser Druck untergräbt die Fähigkeit des Kremls erheblich, groß angelegte Offensivoperationen aufrechtzuerhalten.
Vor diesem Hintergrund gewinnt auch ein weiterer Schritt Moskaus an Bedeutung, der die Sicherheitslage in der Region zusätzlich beeinflussen kann.

