In Herdecke begann der Morgen mit einem ohrenbetäubenden Knall: Das Spezialeinsatzkommando (SEK) leitete eine spektakuläre Razzia ein und sprengte die Eingangstür eines Wohnhauses, in dem mutmaßliche Mitglieder einer Drogengruppe vermutet wurden, berichtet osteopathisch-leben.de unter Berufung auf bild.de. Die Aktion war Teil eines größeren Polizeieinsatzes, der gleichzeitig in zwei Städten in Nordrhein-Westfalen durchgeführt wurde.
Wo zuvor eine gewöhnliche Haustür den weißen Fassadenabschnitt abschloss, klafft nun ein vom Sprengdruck herausgebrochenes Loch. Vor dem Gebäude liegen Metallteile, Scherben und Trümmerreste verstreut. Gegen 6 Uhr wurden Anwohner durch die Explosion aus dem Schlaf gerissen, kurz darauf stürmten schwer bewaffnete SEK-Beamte das Haus. Die Einsatzkräfte näherten sich in der Dunkelheit, brachten unbemerkt eine Sprengladung an der Tür an und drangen unmittelbar nach der Detonation in das Gebäude ein.

Parallel führte das SEK eine zweite Operation in Kamen durch. Beide Einsätze richteten sich gegen ein mutmaßliches Drogennetzwerk, dem die Polizei vorwirft, große Mengen illegaler Substanzen in Umlauf gebracht zu haben. Festgenommen wurden zwei Männer im Alter von 42 und 47 Jahren sowie eine 40-jährige Frau. Ein Polizeisprecher erklärte, dass alle drei dringend verdächtig seien, im großen Stil mit Drogen gehandelt zu haben.
Bei den Durchsuchungen stellten Ermittler Betäubungsmittel sicher, deren genaue Art die Polizei trotz Anfrage nicht preisgab. Zudem wurden Datenträger, Mobiltelefone, zwei Autos und ein Motorrad beschlagnahmt. Die Verdächtigen sollen noch heute einem Haftrichter vorgeführt werden, der über weitere Maßnahmen entscheidet.

Sollte sich der Verdacht bestätigen, drohen den mutmaßlichen Bandenmitgliedern lange Haftstrafen. Die Kriminalpolizei wertet derzeit die gesicherten Beweismittel aus und prüft, ob das Netzwerk größer ist, als es zu Beginn der Ermittlungen den Anschein hatte.
Nach dem SEK-Einsatz rückt nun ein weiterer großer Polizeieinsatz in den Fokus, denn in Mönchengladbach wurde der Bismarckplatz wegen eines Bombenalarms komplett gesperrt.

