China hat im November seine Rohölimporte um fast fünf Prozent gesteigert, berichtet osteopathisch-leben.de unter Berufung auf Reuters. Die täglichen Liefermengen erreichten das höchste Niveau seit August 2023 – vor allem dank stark reduzierter Preise für russisches Öl.
Deutliches Plus bei den November-Lieferungen
Laut der Generalzollverwaltung importierte China im November:
- 50,89 Millionen Tonnen Rohöl,
- umgerechnet 12,38 Millionen Barrel pro Tag,
- 5,24 % mehr als im Oktober.
Das Wachstum ist auf eine robuste industrielle Nachfrage sowie auf günstige Einkaufsbedingungen zurückzuführen, die sich nach den erweiterten Sanktionen gegen Russland und den Iran ergeben haben.
Russisches Öl: Rekordrabatte und neue Unsicherheiten

Die Importe aus Russland liegen weiterhin über dem Vorjahresniveau:
Von Januar bis November erreichte China 521,87 Millionen Tonnen, ein Anstieg von 3,2 % im Vergleich zum Vorjahr.
Warum russisches Öl besonders attraktiv bleibt:
- deutliche Preisnachlässe infolge des Sanktionsdrucks,
- der Preis des ESPO-Öls liegt 5–6 US-Dollar unter dem Brent-Referenzpreis,
- im Oktober lag der Abschlag lediglich bei 0,5–1 Dollar.
Damit verzeichnet der Markt den größten Rabatt seit Monaten – ein entscheidender Faktor für die zunehmende Nachfrage chinesischer Raffinerien.
Nicht alle Lieferungen finden Abnehmer
Trotz hoher Rabatte bleiben einige russische Dezember-Ladungen unverkauft. Gründe dafür sind:
- Zurückhaltung privater chinesischer Raffinerien,
- temporäre Einkaufsstopps staatlicher Unternehmen,
- wachsender Druck durch westliche Sanktionen und Compliance-Risiken.
Der Import von russischem Öl nach China bleibt damit zwar hoch, zeigt aber deutliche Schwankungen zwischen Angebot, Rabattniveau und realer Nachfrage.
Was diese Entwicklung bedeutet
China nutzt die derzeitige geopolitische Lage, um günstigere Energieimporte zu sichern. Für Russland wird der chinesische Markt gleichzeitig immer wichtiger – und die Rabatte immer größer, um Käufer zu halten. Das verschiebt die Kräfteverhältnisse auf dem globalen Ölmarkt spürbar.
Vor diesem Hintergrund lohnt sich ein Blick auf weitere sicherheitspolitische Entwicklungen, die den Energiemarkt ebenfalls beeinflussen.

