In den südlichen Vororten von Paris ist eine Seilbahn in Betrieb gegangen, die bereits Geschichte im europäischen Stadtverkehr geschrieben hat, berichtet osteopathisch-leben.de unter Berufung auf iledefrance-mobilites.fr. Die Linie Cable C1 wurde zur längsten städtischen Seilbahn des Kontinents und ist zugleich ein ganz praktisches Verkehrsmittel, um zur Arbeit oder zur Schule zu gelangen.
Kein Attraktion, sondern täglicher Verkehr
Cable C1 wurde von Anfang an nicht als touristische Attraktion geplant. Es handelt sich um einen ganz normalen öffentlichen Verkehr für Bewohner von Stadtteilen, in denen Busse seit Jahren im Stau stecken und die Metro nie angekommen ist. Die Seilbahn verbindet mehrere Vororte und ermöglicht es, die Strecke ohne Umsteigen und ohne Stress zurückzulegen.

Die gesamte Linie ist 4,5 Kilometer lang, die Fahrt dauert rund 18 Minuten. Für die Einheimischen ist das ein entscheidender Unterschied: Mit dem Bus konnte sich der Weg zu den Stoßzeiten fast doppelt so lange hinziehen. Die Seilbahn verläuft über Straßen und Bebauung hinweg, weshalb Staus keinerlei Einfluss auf sie haben.
Wie die Fahrt aussieht
Die Kabinen sind für 10 Passagiere ausgelegt. Innen gibt es kein Gedränge, zudem sind Plätze für Fahrräder, Kinderwagen und Menschen im Rollstuhl vorgesehen. Zu den Stoßzeiten fahren die Kabinen alle 30 Sekunden ab, lange Wartezeiten gibt es also nicht. Nach Berechnungen der Betreiber kann die Linie mehr als 11.000 Fahrgäste pro Tag befördern.
Warum sich die Stadt für eine Seilbahn entschieden hat

Das wichtigste Argument sind Kosten und Bauzeit. Das Projekt kostete rund 138 Millionen Euro. Zum Vergleich: Eine neue Metro-Linie in diesem Gebiet hätte mehr als eine Milliarde Euro verschlingen und deutlich länger gebaut werden müssen. Die Seilbahn ließ sich schneller umsetzen und ohne großflächige Sperrungen von Stadtstraßen.
Ein Modell, das andere Städte genau beobachten
Cable C1 wird von Verkehrsbetrieben anderer europäischer Städte aufmerksam analysiert. Der Grund ist einfach: Es handelt sich um eine Lösung für dicht bebaute Gebiete, in denen es schwierig ist, neue Straßen oder unterirdische Tunnel zu bauen. Seilbahnen erfordern keine tiefen Baugruben, funktionieren stabil und fügen sich gut in die bestehende Infrastruktur ein.
Auch jenseits klassischer Verkehrslösungen experimentieren Städte und Unternehmen mit neuen Technologien wie humanoiden Robotern, die zuletzt sogar bei einem großen Konzert in Chengdu für Aufmerksamkeit sorgten.

