Eine eigentlich szenische Geste wurde zur Schlagzeile: Schauspielerin Anna Werner Friedmann musste sich vor Gericht verantworten, nachdem sie während einer Aufführung ihren Kollegen zu heftig gebissen hatte, berichtet osteopathisch-leben.de unter Berufung auf t-online.de. Nun ist der Fall abgeschlossen – mit einer Geldstrafe und einer langen Diskussion über Grenzen auf der Bühne.
2100 Euro Strafe und ein Vergleich ohne Schuldspruch
Das Bezirksgericht Neunkirchen verhängte gegen Friedmann eine Geldstrafe von 2100 Euro. Der Vorfall ereignete sich während einer Vorstellung im August 2023, als sie ihren Bühnenpartner deutlich stärker als geplant in das Gesäß biss. Beide Seiten einigten sich auf einen außergerichtlichen Vergleich, sodass das Verfahren wegen Körperverletzung ohne Schuldspruch eingestellt wurde.
Ihr Anwalt Manfred Ainedter erklärte, seine Mandantin sei erleichtert, dass die belastenden Monate vorbei seien. Der Fall habe sie persönlich wie beruflich stark beansprucht und zu einem Dauerdruck geführt, der nun endlich nachlasse.
Parallelprozess: Kollege von Vorwürfen freigesprochen

Zeitgleich behandelte das Gericht eine weitere Anzeige – diesmal gegen einen 33-jährigen Schauspieler, der kürzlich im ZDF-Krimiformat „Die Toten vom Bodensee“ als neuer Ermittler vorgestellt wurde. Ihm wurden sexuelle Übergriffe vorgeworfen, doch das Gericht sprach ihn frei. Das von der Klägerin geschilderte Herunterziehen der Hose reiche laut Urteil nicht für eine strafbare Handlung aus.
Der Freispruch nahm spürbar Spannung aus dem Ensemble, das zuvor durch interne Konflikte stark belastet war.
Friedmanns Erklärung: „Die Szene war intensiver als sonst“
Vor Gericht räumte Friedmann ein, dass der Biss – ein wiederkehrendes Element ihrer Rolle – in jener Vorstellung ungewöhnlich kraftvoll ausgefallen sein könnte. Die Aufführung sei „wesentlich intensiver als üblich“ gewesen, was zu einer emotional aufgeladenen Situation geführt habe.
Zusätzlich gab es Vorwürfe wegen möglicher Brandverletzungen durch einen Bühnenbrenner. Die Verteidigung argumentierte, der Brenner sei versehentlich zu Boden gefallen und habe niemanden absichtlich verletzt. Mit dem Vergleich wurde auch dieser Punkt nicht weiter strafrechtlich verfolgt.
Die Produktion, in der alles geschah
Der Vorfall spielte sich in der Inszenierung „Alma – Showbusiness bis zum Schluss“ ab, in der Friedmann in die Rolle von Alma Mahler-Werfel schlüpfte – einer historischen Figur, deren Leben eng mit Künstlern und Intellektuellen der frühen Moderne verknüpft war. Die Aufführung fand in einem zu einem Kulturzentrum umgestalteten Hotel im niederösterreichischen Semmering statt, rund 70 Kilometer südlich von Wien.
Auffällig ist, dass der mutmaßlich Betroffene den Vorfall erst ein Jahr später meldete, wodurch die juristische Aufarbeitung zusätzlich verkompliziert wurde.
Neue Karriereetappe trotz juristischer Turbulenzen
Trotz des Prozesses setzt Friedmann ihre Karriere fort: Kürzlich gab sie ihr Debüt als Ermittlerin Mara Eisler in neuen Folgen von „Die Toten vom Bodensee“. An ihrer Seite ermittelt Matthias Koeberlin weiterhin als Micha Oberländer und bringt gemeinsam mit ihrer neuen Figur frische Dynamik in die Krimireihe, die im deutsch-österreichischen Grenzgebiet spielt.
Kritiker loben bereits jetzt das Zusammenspiel des neuen Ermittlerduos und sehen darin eine vielversprechende Weiterentwicklung des beliebten Formats.
Und während der Fall Friedmann die Grenzen zwischen Kunst und Realität neu diskutieren lässt, richtet sich der Blick vieler TV-Fans bereits auf ein anderes großes Bühnenereignis, nämlich Thomas Gottschalks Abschiedsshow bei RTL am 6. Dezember trotz Krebsdiagnose – was Zuschauer erwartet

