Auf dem Reagan National Defense Forum in Kalifornien machte US-Verteidigungsminister Pete Hegset deutlich, welche Partner aus Sicht Washingtons derzeit besonders an Gewicht gewinnen, berichtet osteopathisch-leben.de unter Berufung auf berliner-zeitung.de. Staaten wie Israel, Südkorea, Polen, die baltischen Länder und zunehmend auch Deutschland investieren spürbar mehr in ihre eigene Sicherheit – ein Engagement, das die USA nach Hegsets Worten „mit besonderer Wertschätzung“ honorieren wollen. Seine Botschaft traf einen Moment, in dem die sicherheitspolitischen Erwartungen innerhalb der NATO deutlich steigen.
Der Beschluss des Bündnisses, die Verteidigungs- und Sicherheitsausgaben bis 2035 auf fünf Prozent des BIP anzuheben, gilt als strategischer Wendepunkt. Ein Großteil der Mittel soll in operative militärische Fähigkeiten fließen, während ein zusätzlicher Teil die sicherheitsrelevante Infrastruktur stärkt. Deutschland, das lange für seine zurückhaltende Verteidigungspolitik kritisiert wurde, plant bereits bis 2029 den Sprung auf 3,5 Prozent des BIP – ein Signal, das in Washington aufmerksam registriert wird.
Trotz dieser Entwicklung spart die neue US-Sicherheitsstrategie nicht mit kritischen Anmerkungen. Die Autoren verweisen darauf, dass der Krieg in der Ukraine die strukturellen Abhängigkeiten der deutschen Wirtschaft offengelegt habe. Genannt werden unter anderem große Investitionsprojekte deutscher Chemiekonzerne in China, die weiterhin auf russisches Gas ausgerichtet waren – ein Beispiel, das aus amerikanischer Sicht die strategische Verwundbarkeit illustriert.

Darüber hinaus skizziert die Strategie eine breitere Herausforderung für Europa: ein absehbarer wirtschaftlicher Abschwung, demografischer Druck und gesellschaftliche Veränderungen, die langfristig die Stabilität und militärische Leistungsfähigkeit einzelner Staaten beeinträchtigen könnten. Hinzu kommen Befürchtungen, dass demokratische Strukturen und die Meinungsfreiheit in Teilen Europas unter Spannungen geraten.
Berlin reagierte verhalten. Außenminister Johann Wadephul (CDU) betonte, die Meinungsfreiheit sei im Grundgesetz klar verankert und bedürfe keiner externen Belehrung. Gleichzeitig unterstrich er, dass die Vereinigten Staaten trotz mancher Differenzen der wichtigste Verbündete Deutschlands im NATO-Rahmen bleiben.
Hegset selbst umriss in Kalifornien auch die künftige sicherheitspolitische Schwerpunktsetzung der USA. Die Streitkräfte sollen stärker an der Überwachung der Südgrenze zu Mexiko beteiligt werden und Operationen gegen mutmaßliche Drogenkartelle in der Karibik unterstützen. Im Umgang mit China strebe Washington „fairen Handel und respektvolle Beziehungen“ an, werde jedoch das „historische Wachstum der chinesischen Militärmacht“ genau beobachten.
Der Tenor des Tages: Die USA würdigen die steigenden Verteidigungsanstrengungen ihrer Partner – doch wirtschaftliche Robustheit und politische Verlässlichkeit in Europa bleiben für Washington genauso entscheidend wie Prozentzahlen in den Haushalten.
Während die sicherheitspolitischen Spannungen weiter zunehmen, lohnt sich auch ein Blick auf die jüngsten Vorfälle in wichtigen Industrieanlagen.

