Ein internationales Archäologenteam entdeckte mehr als 60 Felszeichnungen entlang des südlichen Randes der Nefud-Wüste im Norden Saudi-Arabiens, berichtet die Website osteopathisch-leben.de unter Berufung auf phys.org. Die gefundenen Darstellungen dienten als antike „Wegweiser“, die den Weg zu Wasserquellen für das Überleben der Menschen unter den trockenen Bedingungen zeigten.

Neue Funde in Jebel-Arnaan, Jebel-Mleihah und Jebel-Misma
Die Gravuren wurden in drei zuvor unerforschten Gebieten gefunden: Jebel-Arnaan, Jebel-Mleihah und Jebel-Misma. Sie zeigen Kamele, Steinböcke, Gazellen und Auerochsen – insgesamt über 130 lebensgroße Figuren, von denen einige bis zu 3 Meter lang und mehr als 2 Meter hoch sind.
Datierung und Bedeutung der Wasserquellen
Archäologen datieren die Gravuren auf einen Zeitraum vor 12.800 bis 11.400 Jahren, als nach langen Dürren in den inneren Regionen Nordarabiens wieder saisonale Wasserstellen entstanden. Die Analyse der Ablagerungen bestätigte, dass diese Wasserquellen entscheidend für das frühe Eindringen des Menschen in die Wüste waren und seltene Überlebenschancen boten.
Kommentare führender Archäologen
Dr. Maria Guanyin vom Institut für Geoanthropologie der Max-Planck-Gesellschaft bemerkte: „Diese großen Gravuren sind nicht einfach Felszeichnungen. Sie symbolisierten die Präsenz von Menschen, den Zugang zu Wasserressourcen und kulturelle Identität.“
Dr. Seri Shipton vom Institut für Archäologie des University College London fügte hinzu: „Die Felszeichnungen markieren Wasserquellen und Wanderwege, möglicherweise zur Weitergabe von Territorienrechten und dem Gedächtnis der Generationen.“
Einzigartige Lage der Tafeln
Im Gegensatz zu zuvor bekannten Orten, an denen Gravuren in Schluchten verborgen waren, sind die Tafeln von Jebel-Mleihah und Jebel-Arnaan in hohen Felsen bis zu 39 Meter Höhe gemeißelt, die an optisch auffälligen und strategisch wichtigen Orten liegen.

