Winterliche Landschaften wirken oft idyllisch, doch hinter der schönen Kulisse lauern reale Gefahren. Besonders dann, wenn es ums Schneeschaufeln geht, berichtet osteopathisch-leben.de unter Berufung auf nypost.com. Was viele als harmlose Alltagstätigkeit ansehen, kann für das Herz schnell zur ernsthaften Belastung werden.
Schneeschaufeln ist kein harmloser Winterjob
Viele Menschen genießen den Anblick von frisch gefallenem Schnee am Morgen. Diese Freude endet meist in dem Moment, in dem klar wird, dass man erst einmal mit der Schaufel ranmuss, um das Haus zu verlassen. Gehwege und Einfahrten freizuräumen gehört für viele zum Winter dazu, doch die gesundheitlichen Risiken werden häufig unterschätzt.
Die American Heart Association warnt davor, Schneeschaufeln auf die leichte Schulter zu nehmen. Vor allem nach starken Schneefällen steigt das Risiko für Herzinfarkte und plötzlichen Herztod deutlich an. Besonders betroffen sind Menschen, die körperlich wenig aktiv sind.
Wenn Bewegung zur Belastung wird

Grundsätzlich tut Bewegung dem Herzen gut, weil sie den Kreislauf stärkt. Problematisch wird es, wenn jemand lange kaum aktiv war und dann plötzlich schwere körperliche Arbeit verrichtet. Schneeschaufeln bei Kälte bedeutet für den Körper eine abrupte und ungewohnte Belastung.
Wer nicht regelmäßig Sport treibt, bringt sein Herz damit schnell an die Grenze. Schon kurze Einsätze können ausreichen, um den Kreislauf stark zu beanspruchen und gefährliche Situationen auszulösen.
Belastung wie bei einem medizinischen Stresstest
Der Kardiologe Barry Franklin, Professor für Innere Medizin an der William Beaumont School of Medicine der Oakland University, vergleicht intensives Schneeschaufeln mit einem Belastungstest auf dem Laufband. Für das Herz könne diese Tätigkeit ebenso anstrengend oder sogar noch fordernder sein als medizinische Tests in der Klinik.
In einer Studie überschritten die Herzfrequenzen der Teilnehmenden bereits nach zwei Minuten Schneeschaufeln mehr als 85 Prozent ihrer maximalen Herzfrequenz. Die höchsten Werte wurden bei den am wenigsten trainierten Personen gemessen. Vom Energieaufwand her entspricht Schneeschaufeln etwa Aktivitäten wie Tennis oder lockerem Joggen – allerdings unter deutlich schwierigeren Bedingungen.
Warum Kälte und schwerer Schnee besonders gefährlich sind
Ein zusätzlicher Risikofaktor ist die niedrige Temperatur. Kälte lässt die Blutgefäße enger werden und treibt den Blutdruck nach oben. Dadurch muss das Herz mehr leisten, um den Körper ausreichend zu versorgen.
Hinzu kommt, dass viele Menschen beim Heben von schwerem, verdichtetem Schnee unbewusst die Luft anhalten. Das führt zu einem weiteren Anstieg von Puls und Blutdruck. In Kombination mit Kälte und körperlicher Anstrengung steigt das Risiko für akute Herzprobleme deutlich.
Wer besonders vorsichtig sein sollte

Am stärksten gefährdet sind Menschen mit bestehenden Herz-Kreislauf-Risiken. Dazu zählen Personen mit Bewegungsmangel, Übergewicht, Diabetes, erhöhtem Cholesterin oder Bluthochdruck. Auch aktuelle oder ehemalige Raucher gehören zu dieser Gruppe.
Besonders kritisch ist Schneeschaufeln für Menschen, die bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatten oder sich einer Bypass-Operation oder koronaren Angioplastie unterzogen haben. Für sie raten Fachleute ausdrücklich davon ab, selbst Schnee zu räumen.
Wie sich das Risiko zumindest reduzieren lässt
Lässt sich das Schneeschaufeln nicht vermeiden, empfehlen Ärztinnen und Ärzte ein langsames Tempo und regelmäßige Pausen. Statt schwere Schneemassen anzuheben, ist es besser, den Schnee möglichst zur Seite zu schieben. Das schont Herz und Kreislauf deutlich mehr.
Schon kleine Anpassungen bei Technik und Tempo können einen großen Unterschied machen. Im Winter gilt besonders: Vorsicht ist wichtiger als Schnelligkeit, vor allem wenn es um die eigene Gesundheit geht.
Auch andere medizinische Themen stehen aktuell im Fokus etwa die Lungentransplantation bei Mette-Marit und was über den Eingriff bekannt ist und wie er abläuft.

