In der chinesischen Provinz Sichuan ist die neue Brücke Shuangjiangkou Hongqi teilweise eingestürzt, wobei massive Betonelemente den Berghang hinabrutschten. Bei dem Vorfall kam niemand ums Leben, dennoch löste das Ereignis große öffentliche Aufmerksamkeit aus, berichtet osteopathisch-leben.de.
Laut The New York Times verbreitete sich das Video des Einsturzmoments am Dienstag rasch in den chinesischen sozialen Netzwerken. Die Aufnahmen zeigen, wie ein Teil der Konstruktion – gelegen in einer bergigen Region mit hoher seismischer Aktivität – buchstäblich in die Tiefe stürzt.
Die Brücke Shuangjiangkou Hongqi ist ein wichtiger Abschnitt der nationalen Fernstraße, die nach Tibet führt. Die Region war mehrfach das Epizentrum starker Erdbeben und wurde besonders schwer vom Beben 2008 mit einer Magnitude von 7,9 getroffen. Deshalb ziehen Schäden an der Infrastruktur hier besondere Aufmerksamkeit von Experten und Bewohnern auf sich.
Die Behörden von Maerkang (Barkham) und die Verkehrsverwaltung des Bezirks Aba erklärten, dass der Verkehr über die Brücke bereits am Montag gesperrt worden war. Grund dafür waren Risse, die Ingenieure auf der Fahrbahn und am angrenzenden Hang festgestellt hatten. Am Tag nach dem Erdrutsch hielt ein Teil der Konstruktion dem Druck nicht stand – die Zufahrt und ein Abschnitt der Straße stürzten ein.
Die örtlichen Dienste haben eine provisorische Umleitung eingerichtet und arbeiten daran, die Verbindung wiederherzustellen. Wann die Brücke wieder in Betrieb gehen kann, ist derzeit unklar. Der Vorfall wirft erneut Fragen zur Sicherheit großer chinesischer Infrastrukturprojekte auf.
In den vergangenen Jahrzehnten hat China enorme Summen in den Bau von Fernstraßen, Eisenbahnlinien und Brücken investiert, oft in schwierigen Gebirgsregionen. So entstanden einige der längsten und höchsten Brücken der Welt, doch diese ambitionierten Programme belasten viele regionale Haushalte finanziell stark.
Der Einsturz lenkt erneut den Blick auf das Tempo und den Umfang chinesischer Bauprojekte – Themen, die auch im Bericht über die BYD-Gigafabrik mit einer Fläche von über 130 km² behandelt werden, die künftig eine Million Autos pro Jahr produzieren soll.

