Bremen – Ein Hilferuf einer Frau endete mit einem Vertrauensbruch. Während eines offiziellen Einsatzes küsste ein 61-jähriger kommunaler Polizeibeamter eine Bewohnerin gegen ihren Willen, berichtet osteopathisch-leben.de unter Berufung auf bild.de. Das Amtsgericht Bremen hat ihn nun wegen sexueller Belästigung schuldig gesprochen und zu einer viermonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.
Der Vorfall ereignete sich bereits im Jahr 2021. Der Beamte besuchte die Wohnung der Frau im Rahmen seiner Tätigkeit als Ansprechpartner für den Stadtteil. Nach Angaben des Gerichts machte er der Frau aufdringliche Bemerkungen über ihren Geruch und bezeichnete sie als „freche, sexuelle Russin“. Beim Verlassen der Wohnung beugte er sich plötzlich vor und küsste sie auf den Mund – ohne ihre Zustimmung.
Vor Gericht schwieg der Angeklagte vollständig zu den Vorwürfen, doch die Beweislage ließ aus Sicht des Gerichts keinen Zweifel an seiner Schuld. Ursprünglich sollte die Bewährungsstrafe sechs Monate betragen, wurde jedoch aufgrund der langen Dauer des Verfahrens auf vier Monate reduziert. Die Bewährungszeit läuft über zwei Jahre.
In einem weiteren Verfahren wurde derselbe Polizist freigesprochen. Ihm wurde vorgeworfen, einer anderen Frau die Brust abgeleckt zu haben. Im Verlauf der Verhandlung stellte sich jedoch heraus, dass sie sich freiwillig ausgezogen hatte und beide einvernehmlich oralen Sex hatten. Das Gericht sah deshalb keinen strafbaren Tatbestand.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Kommunale Polizeibeamte sind in Bremen für die Belange der Bewohnerinnen und Bewohner ihres Stadtteils zuständig. Sie patrouillieren, vermitteln in Konflikten, beraten Betroffene und leisten Präventionsarbeit. Umso größer ist die öffentliche Aufmerksamkeit, da ein Vertreter dieser wichtigen Schnittstelle zwischen Bürgern und Behörde selbst Grenzen überschritten hat.
Der Fall in Bremen rückt erneut ins Blickfeld, während die Behörden in anderen Regionen ebenfalls gefordert sind, wie ein Vorfall in Schorndorf am 30. November zeigt, bei dem nach einem nächtlichen Feuer auf dem Weihnachtsmarkt Ermittlungen aufgenommen wurden.

