Zu wenig Schlaf zählt offenbar zu den Faktoren, die die Lebenserwartung am deutlichsten senken. Eine umfangreiche Analyse aus den USA zeigt, dass chronischer Schlafmangel fast so stark ins Gewicht fällt wie das Rauchen, berichtet osteopathisch-leben.de.
Schlaf ist nichts, was man „am Wochenende nachholt“
Ein Forschungsteam der Oregon Health & Science University hat Daten aus Tausenden US-Countys ausgewertet und dabei sehr unterschiedliche Einflüsse verglichen: Bildung, Krankenversicherung, Einsamkeit, Ernährungsunsicherheit oder Arbeitslosigkeit.
Trotz dieser breiten Analyse stach ein Faktor besonders heraus: weniger als sieben Stunden Schlaf pro Nacht hing verlässlich mit einer niedrigeren Lebenserwartung zusammen.
Der leitende Autor, Andrew McGill, sagt, die Idee für das Projekt sei eher zufällig entstanden — nach Gesprächen mit Lokalpolitiker*innen. Als er später tiefer in die Datensätze der CDC einstieg, zeigte sich ein klares Muster: Oregon steht im Landesvergleich zwar gut da, doch innerhalb des Bundesstaats gibt es deutliche Unterschiede.
In Countys, in denen Menschen schlechter schlafen, fällt die durchschnittliche Lebensdauer ebenfalls niedriger aus.
Aus einer lokalen Beobachtung wird ein landesweiter Trend

Um sicherzugehen, dass dieser Zusammenhang kein Zufall ist, analysierte das Team Daten aus allen 3143 US-Countys für die Jahre 2019 bis 2025. Das Ergebnis blieb stabil: Wo Schlafmangel häufiger vorkommt, ist die Lebenserwartung geringer — selbst wenn man andere Risikofaktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel oder eingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung berücksichtigt.
Laut der Veröffentlichung im Fachjournal SLEEP Advances zeigt sich dieser Effekt unabhängig davon, ob eine Region eher wohlhabend oder strukturschwach ist, urban oder ländlich. Schlafmangel trifft alle Gruppen gleichermaßen.
Warum das Thema alltäglich klingt – und trotzdem ernste Folgen hat
McGill sagt, dass viele Menschen den Schlaf unterschätzen.
Es wirkt harmlos, noch eine halbe Stunde länger wach zu bleiben, um eine Serie zu Ende zu schauen. Über Monate oder Jahre sammeln sich solche Nächte jedoch an und entwickeln sich zu einem Zustand, der langfristig Gesundheit und Lebensdauer beeinflusst — oft ohne dass man es sofort bemerkt.
Die wichtigsten Punkte im Überblick
- Schlafmangel ist einer der stärksten Hinweise auf eine verkürzte Lebenserwartung.
- Der Effekt ist nur geringfügig schwächer als der von Rauchen.
- Der Zusammenhang besteht unabhängig von Einkommen, Bildung oder medizinischer Versorgung.
- Die Studie basiert auf Daten aus über 3000 Countys und mehreren Jahren.
- Das Problem wirkt banal, hat aber spürbare gesundheitliche Folgen.
Im Kontext aktueller Gesundheitsforschung lohnt sich auch ein Blick auf neue Erkenntnisse zu Impfungen und ihrem Einfluss auf das Demenzrisiko.

