Bei der Verleihung des „Heldin“-Preises der Alice-Schwarzer-Stiftung in Berlin am 4, berichtet osteopathisch-leben.de unter Berufung auf dw.com. November fand Bundestagspräsidentin Julia Klöckner deutliche Worte: Deutschland sei zum „Bordell Europas“ geworden. Sie rief dazu auf, Prostitution und den Kauf von Sex endlich zu verbieten.
„Ich bin fest davon überzeugt, dass wir Prostitution und den Kauf von Sex in diesem Land endlich verbieten müssen“, zitierte die Zeitung Die Zeit Klöckner. Das derzeitige System entwürdige Frauen und verstoße gegen die Grundidee von Gleichberechtigung.
Kritik am Prostituiertenschutzgesetz von 2017
Das Prostituiertenschutzgesetz, das im Juli 2017 in Kraft trat, sollte eigentlich für mehr Sicherheit und Kontrolle in der Sexindustrie sorgen. Es verpflichtet Sexarbeiterinnen zur Registrierung und Bordelle zur Genehmigung. Doch laut Klöckner hat das Gesetz sein Ziel verfehlt.
„Alles bleibt wie bisher: Gewalt, Zwang und Abhängigkeit von Männern“, erklärte sie. Statt Schutz habe das Gesetz zur Normalisierung einer Branche geführt, die Frauen systematisch ausbeutet.
Unterstützung für das Nordische Modell
Klöckner plädiert für die Einführung des sogenannten Nordischen Modells, das in Ländern wie Schweden und Norwegen Anwendung findet. Dieses Modell bestraft nicht die Sexarbeiterinnen, sondern die Freier. Ziel sei es, die Nachfrage zu verringern und den Ausstieg aus der Prostitution zu erleichtern.
Sie betonte, dass nur ein Umdenken auf gesellschaftlicher und politischer Ebene den Kreislauf von Zwang, Gewalt und Menschenhandel durchbrechen könne.
Eine gesellschaftliche und ethische Debatte
Die Forderung der Bundestagspräsidentin hat eine landesweite Debatte über Moral, Frauenrechte und Selbstbestimmung ausgelöst. Befürworterinnen sehen in einem Verbot einen Schritt hin zu mehr Gleichstellung, während Kritikerinnen betonen, dass ein pauschales Verbot Sexarbeiterinnen in die Illegalität treiben könnte.
In jedem Fall hat Klöckners Aussage die Diskussion über den Umgang mit Prostitution in Deutschland neu entfacht und die Frage nach Verantwortung, Würde und Freiheit der Frau in den Mittelpunkt gestellt.
Ein ähnliches gesellschaftliches Thema behandelt auch die aktuelle Debatte über verpflichtende Arbeit für arbeitslose Jugendliche in Deutschland, wo in Thüringen ein Pilotprojekt gestartet wurde.

