TikTok konnte in den USA dank eines Kompromisses zwischen ByteDance und amerikanischen Investoren weiter betrieben werden, berichtet osteopathisch-leben.de unter Berufung auf reuters.com. Das soziale Netzwerk geht faktisch unter externe Kontrolle über, um die seit Jahren bestehenden Sicherheitsbedenken Washingtons auszuräumen.
Wer und warum TikTok in den USA unter Kontrolle genommen hat
Das chinesische Unternehmen ByteDance hat eine Vereinbarung zur Gründung eines separaten Joint Ventures getroffen, das TikTok auf dem Gebiet der Vereinigten Staaten betreiben wird. Dabei geht es ausschließlich um die US-Version der Plattform – der globale TikTok-Dienst sowie der Betrieb in anderen Ländern bleiben unverändert. Diese Aufteilung ermöglichte es, ein vollständiges Verbot der App in einem der wichtigsten Märkte zu vermeiden.
Die neue Struktur trägt den Namen TikTok USDS Joint Venture LLC. Sie ist für sämtliche operativen Prozesse in den USA verantwortlich – von der technischen Infrastruktur bis zur Content-Politik. Formell bleibt ByteDance Miteigentümer, sein Einfluss auf Entscheidungsprozesse wird jedoch deutlich reduziert.
Wie die Anteile unter den Investoren verteilt wurden
Die Kontrollmehrheit von 80,1 % geht an amerikanische und internationale Investoren. Der Anteil von ByteDance beträgt 19,9 % – ohne Möglichkeit, den strategischen Kurs der Plattform in den USA zu bestimmen. Diese Konstellation war eine zentrale Forderung der US-Regierung, die auf eine Minimierung jeglichen externen Einflusses bestand.
Zentrale Rollen in dem Deal übernehmen Oracle, Silver Lake und der Investmentfonds MGX aus Abu Dhabi. Angeführt wird das Investorenkonsortium vom Oracle-CEO Larry Ellison. Oracle spielt zudem eine Schlüsselrolle bei der technischen Infrastruktur und der Speicherung der Nutzerdaten.
Was sich in der Verwaltung der Plattform ändert

Das neue Joint Venture wird als unabhängige Organisation arbeiten. Es ist zuständig für den Schutz personenbezogener Daten amerikanischer Nutzer, die Sicherheit der Empfehlungsalgorithmen, die Content-Moderation sowie die Cybersicherheit. Genau diese Punkte waren zuvor die Hauptkritikpunkte der TikTok-Gegner in den USA.
Besonders betont wird, dass jeglicher Einfluss der chinesischen Regierung auf den Betrieb der Plattform innerhalb der USA ausgeschlossen sein soll. Darauf hatten US-Regulierungsbehörden und Gesetzgeber jahrelang gedrängt.
Wo die Daten der US-Nutzer gespeichert werden
Die personenbezogenen Daten der Nutzer aus den USA werden ausschließlich in Oracle-Rechenzentren im Bundesstaat Texas gespeichert. Der Zugriff auf diese Informationen aus dem Ausland wird blockiert. Diese Lösung soll das Risiko von Datenlecks verringern und die zentralen Sicherheitsbedenken ausräumen.
Warum eine separate TikTok-App entsteht

Die US-Version von TikTok wird technisch zu einer eigenständigen App, die neu heruntergeladen werden muss. Oberfläche und grundlegende Funktionsweise bleiben den Nutzern vertraut. Gleichzeitig läuft die Plattform auf amerikanischer Infrastruktur und nutzt Algorithmen, die unter der Aufsicht der US-Regulierungsbehörden stehen.
Eine direkte Verbindung zur globalen TikTok-Version wird es nicht geben. Dies ist ein weiterer Schritt zur Abtrennung des US-Segments vom Mutterkonzern.
Die Rolle Trumps und die Position Chinas
US-Präsident Donald Trump hat bereits ein Dekret unterzeichnet, das den Verkauf der amerikanischen TikTok-Aktiva an das Investorenkonsortium erlaubt. Nach seinen Angaben hat Chinas Staatschef Xi Jinping dem Deal zugestimmt und damit den Fortbestand der Plattform in den USA ermöglicht. Zuvor hatte Peking eine Übergabe der Kontrolle strikt abgelehnt, sich letztlich jedoch auf einen Kompromiss eingelassen, um den Markt nicht vollständig zu verlieren.
Wie die USA TikTok jahrelang unter Druck setzten

Der Konflikt zwischen den USA und TikTok dauert seit 2020 an. Die ersten Verbotsversuche gingen von Donald Trump aus, später wurden sie von Joe Biden aufgehoben. Gleichzeitig führte die Biden-Regierung ein Verbot der Nutzung von TikTok auf staatlichen Geräten ein.
Nach dem gescheiterten Versuch eines vollständigen Verbots im Bundesstaat Montana verabschiedete der Kongress ein Gesetz, das ByteDance verpflichtete, TikTok in den USA bis Januar 2025 zu verkaufen – andernfalls drohte eine Sperrung. Am 17. Januar 2025 bestätigte der Oberste Gerichtshof der USA einstimmig die Rechtmäßigkeit dieser Vorgabe und stellte Sicherheitsfragen über Argumente zur Meinungsfreiheit. Bereits am 19. Januar stellte TikTok den Betrieb in den USA ein, was die Parteien dazu zwang, den aktuellen Deal zu beschleunigen.
Im weiteren Kontext der US-Politik lohnt sich auch ein Blick auf Trumps Weihnachtsansprache 2025 und seine Bilanz nach einem Jahr in der zweiten Amtszeit.

