Die traditionellen Weihnachtsanrufe aus dem Weißen Haus, die sonst bewusst unpolitisch bleiben, bekamen in diesem Jahr einen anderen Ton, berichtet osteopathisch-leben.de unter Berufung auf edition.cnn.com. Donald Trump nutzte die Gespräche mit Kindern nicht nur für festliche Worte, sondern auch für bekannte politische Botschaften.
Eine Weihnachtstradition ohne Politik – zumindest normalerweise
In den USA gibt es seit Jahren eine feste Weihnachtstradition. Kinder, die an Heiligabend versuchen, den Weihnachtsmann anzurufen, werden an das Weiße Haus weitergeleitet, wo der Präsident und die First Lady mit ihnen sprechen. Inhaltlich geht es dabei fast immer um Geschenke, Schule, Wünsche und Weihnachtsfreude. Politische Themen werden bewusst ausgeklammert.
In diesem Jahr blieb der Ablauf zwar derselbe, der Ton änderte sich jedoch spürbar. Donald Trump wich mehrfach von der üblichen Zurückhaltung ab und brachte politische Aussagen in Gespräche ein, die eigentlich rein festlich gedacht sind.
Trump: I am fine. You sound beautiful and cute. How old are you?
— Acyn (@Acyn) December 24, 2025
Caller: I am eight pic.twitter.com/fm3rGty3xl
Aussagen über Wahlsiege in Pennsylvania
In einem Telefonat mit einem fünfjährigen Kind aus Pennsylvania erklärte Trump, er habe den Bundesstaat dreimal bei Präsidentschaftswahlen gewonnen. Er sprach von klaren Siegen und betonte seine besondere Zuneigung zu Pennsylvania. Diese Darstellung entspricht jedoch nicht den tatsächlichen Ergebnissen.
Tatsächlich gewann Trump Pennsylvania in den Jahren 2016 und 2024. Bei der Wahl 2020 unterlag er dort Joe Biden. Diese Niederlage erkennt Trump bis heute nicht an – und wiederholte seine Version der Geschichte selbst in einem Gespräch mit einem Kind.
Freundliche Worte und eigenwillige Scherze über den Weihnachtsmann

Nicht alle Anrufe hatten sofort einen politischen Unterton. Im Gespräch mit einem achtjährigen Mädchen aus North Carolina machte Trump zunächst mehrere Komplimente und lobte ihre Stimme und ihre Art zu sprechen. Für einen Moment wirkte das Gespräch so, wie man es von dieser Tradition kennt.
Später scherzte er darüber, dass der Weihnachtsmann enttäuscht sein könnte, wenn kein Keks für ihn bereitliegt. Dabei fügte er einen typischen Trump-Kommentar hinzu und sprach vom „kleinen Babyspeck“ des Weihnachtsmanns – eine Bemerkung, die außerhalb des Gesprächs für Stirnrunzeln sorgte.
„Saubere und schöne Kohle“ als politischer Seitenhieb
Ein anderes Kind äußerte die Sorge, statt eines Geschenks nur ein Stück Kohle zu bekommen. Trump griff das Thema auf und lenkte es in eine politische Richtung. Er sprach ironisch von „sauberer und schöner Kohle“ und betonte, dass man das nicht vergessen solle.
Diese Formulierung ist seit Jahren Teil seiner energiepolitischen Rhetorik. Auch in einer Weihnachtsunterhaltung mit Kindern ließ Trump diese Botschaft nicht außen vor.
Ein Gespräch über Migration mit einem Jungen aus Oklahoma
Besonders auffällig war ein Telefonat mit Jasper aus Tulsa im Bundesstaat Oklahoma. Unter dem Deckmantel einer Geschichte über den Weihnachtsmann sprach Trump über Migration und erklärte, man müsse sicherstellen, dass keine „bösen Weihnachtsmänner“ ins Land kämen. Gleichzeitig versicherte er, dass der echte Weihnachtsmann gut sei und Kinder liebe.
Auch hier brachte Trump die Wahl ins Spiel und sagte, Oklahoma sei während der Abstimmungen sehr gut zu ihm gewesen. Zum Abschluss riet er dem Jungen, den Bundesstaat niemals zu verlassen. Jasper versprach daraufhin, in Oklahoma zu bleiben.
Weihnachtliche Gespräche mit politischem Beigeschmack
Was eigentlich als unpolitischer Austausch gedacht ist, entwickelte sich in diesem Jahr zu einer Reihe von Gesprächen mit klaren politischen Anspielungen. Themen wie Wahlen, Energiepolitik und Migration fanden ihren Weg in Anrufe mit Kindern.
Die Reaktionen darauf zeigen, wie sensibel solche Auftritte wahrgenommen werden. Selbst in einem festlichen Rahmen wird deutlich, wie eng Trumps öffentliche Rolle mit seinen politischen Botschaften verbunden bleibt.
Auch abseits der USA zeigt sich, wie stark politische Botschaften selbst an Weihnachten wahrgenommen werden — das belegt auch Selenskyjs Weihnachtsansprache 2025 mit umstrittenem Satz, Friedensappell und klarer Botschaft an Russland.

